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Junge Zeitung

12. Dezember 2017 | 17:01 Uhr

Hexen : Hokuspokus Krähenfuß

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zum Glück lebten Bibi Blocksberg und Hermine nicht im Mittelalter: Damals wurden Hexen verfolgt.

Habt Ihr Angst vor Hexen? Wahrscheinlich nicht! Das war vor 100 Jahren bei vielen Kindern noch ganz anders. Sie kannten „Hänsel und Gretel“ und noch viele andere Märchen, in denen die buckeligen alten Frauen vor allem eines waren: böse. In modernen Kinderbüchern ist von netten, oft jungen und hübschen Hexen die Rede, die viel Gutes zaubern und mit ihren Künsten auch gern Schabernack treiben. Zu diesen netten modernen Hexen gehören „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler, Bibi Blocksberg mit Mutter Barbara sowie Harry Potters kluge Mitschülerin Hermine und viele andere junge Hexen, die Hogwarts besuchen.

Sie alle haben Fähigkeiten, von denen normale Menschen bloß träumen. Sie können Zaubertränke mischen, auf Hexenbesen reiten, in Kristallkugeln die Zukunft vorhersehen oder durch Zaubersprüche Dinge passieren lassen. All das haben wir der Fantasie der Autoren zu verdanken. Ihre Ideen beruhen aber auf uraltem Aberglauben: Schon in der Antike glaubten die Menschen an die Existenz „echter“ Hexen.

Im Mittelalter unterstellten sie manchen Frauen, mit dem Teufel gemeinsame Sache zu machen und schwarze Magie auszuüben. Fanatische Anhänger der christlichen Kirche sorgten dafür, dass diese als Hexen auf Scheiterhaufen verbrannt wurden. Zuvor wurden sie gequält, um sie zu einem Geständnis zu bringen. Unter großen Schmerzen gaben die Frauen alles zu, was ihre Peiniger hören wollten – einfach nur, um in Ruhe gelassen zu werden. In Wirklichkeit handelte es sich bei diesen „Hexen“ oft um sogenannte Kräuterweiber oder Heilerinnen. Sie kannten sich mit den Heilkräften der Natur gut aus und halfen zum Beispiel schwangeren Frauen bei der Geburt.

Ihre Fähigkeiten machten sie manchen Menschen unheimlich. Wenn ein Sündenbock für erlittenes Unglück gesucht wurde, kamen Angst und Dummheit zusammen. Starben einem Bauer in kurzer Zeit mehrere Tiere, so musste sie jemand verhext haben. Schuld war dann das „Hexenweib“ von nebenan.

Die letzten Hexenprozesse fanden in Deutschland Anfang des 18. Jahrhunderts statt. Tausende waren dabei ums Leben gekommen. Manche der jungen Frauen, die als Hexen getötet wurden, waren erst 15 Jahre alt! In einigen Städten erinnern Gedenktafeln an das grausame Geschehen. In manchen Ländern Lateinamerikas, Südostasiens und Afrikas ist der Hexenglaube noch verbreitet – und auch moderne Hexenjagden gibt es dort leider noch.



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