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Junge Zeitung

20. November 2017 | 18:32 Uhr

Portrait : Hilfe für die Armen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im August 1910 wurde ein Mädchen geboren, das als Mutter Teresa in die Geschichte einging

Von ihren Anhängern wurde sie liebevoll Mutter Teresa genannt. Ihr Einsatz für hilfsbedürftige Menschen hat sie zur Legende gemacht. Alles begann in ihrer Kindheit in Skopje im heutigen Mazedonien. Damals trug sie noch den bürgerlichen Namen Agnes Gonxha Bojaxhi und begleitete oft ihre Mutter, wenn sie sich um die Armen kümmerte. Als Agnes acht Jahre alt war, starb der Vater. Die Familie verlor fast alles. So erfuhr Agnes Armut am eigenen Leib und beschloss, Missionarin zu werden. Nach dem Abschluss der Schule trat sie dem irischen Orden der Schwester von Loreto in Dublin bei. Sie nahm den Namen Teresa an.

Im Mai 1931 legte sie ihr erstes Gelübde ab und wurde nach Indien geschickt. Dort kam es 1943 zu einer großen Hungersnot, viele Menschen flohen in Hoffnung auf Hilfe nach Kalkutta. Dort hausten viele Menschen ohne Trinkwasser und ausreichend Nahrung auf der Straße. Um ihre Gesundheit kümmerte sich niemand. Diese Tatsachen erschütterten Schwester Teresa. Sie bat den Erzbischof um die Erlaubnis, das Kloster verlassen zu dürfen, um den Armen von Kalkutta zu helfen. Sie trug einen Sari aus weißer Baumwolle mit einer blauen Borte. In dieser traditionellen Wäscherinnenkleidung begab sich sie zu den Missionsärztlichen Schwestern in Patne, um dort mehr über die Pflege von Kranken zu lernen. Vier Monate später kehrte sie nach Kalkutta zurück und gründete in den Slums eine schlichte Schule für die Ärmsten. Sie schrieb die Buchstaben mit einem Stock in die Erde und fragte nach Essen bei den umliegenden Klöstern. Ihr Tatendrang sprach sich herum und immer mehr Nonnen schlossen sich ihr an.

Schwester Teresa kümmerte sich nicht nur um die Armen, Kranken und Sterbenden auf den Straßen Kalkuttas, sondern sie lebte auch bei ihnen. 1950 gründete sie den Orden „Missionarinnen der Nächstenliebe“. In einem dreistöckigen Haus kochten sie und ihre Mitstreiterinnen für die Armen, teilten Medikamente aus und kümmerte sich um ausgesetzte Kinder. Nachdem Papst Pius XII. den Orden anerkannt hatte, wurde sie zur Oberin ernannt. Sie eröffnete Waisenhäuser, eine Lepra-Kolonie, eine Tuberkuloseklinik und ein Heim für ledige Mütter. 1965 wurde der Orden auch außerhalb Indiens tätig.

1979 wurde Mutter Teresa mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Für viele gilt sie als „Engel der Armen“. Es gab aber auch Kritiker, die zum Beispiel meinten, dass die sozialen Zustände in den Sterbehäusern nicht gut gewesen seien. 1997, im Alter von 87 Jahren, verstarb die Nonne. Über die Jahrzehnte ist ihre Mission zu einem globalen Netzwerk der Nächstenliebe herangewachsen. Es entstanden in mehr als 120 Ländern über 600 Ordenshäuser. Heute kümmern fast 5000 Schwestern und Brüder um Bedürftige.



 

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