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Junge Zeitung

24. November 2017 | 12:25 Uhr

Warnhund : Helfer auf vier Pfoten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt ist viel los: Autos hupen. Die Leute schieben ihre Einkaufswagen über das Pflaster. An der Imbiss-Bude riecht es nach Würstchen. Doch Miley lässt sich nicht ablenken.

Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt ist viel los: Autos hupen. Die Leute schieben ihre Einkaufswagen über das Pflaster. An der Imbiss-Bude riecht es nach Würstchen. Doch Miley lässt sich nicht ablenken. Weder von Gerüchen, noch von Menschen, noch von anderen Hunden. Miley muss auf ihr Herrchen Jens aufpassen. Miley ist eine Warn-Hündin. Ganz egal, ob die beiden zu Hause oder unterwegs sind: Miley hat Jens im Blick. Der ist nämlich zuckerkrank und braucht Medikamente. Wenn er die nicht rechtzeitig nimmt, kann er ohnmächtig werden. Damit das nicht passiert, ist Miley für Jens da. Dank ihrer feinen Nase kann sie riechen, wann Jens seine Medikamente braucht. Dann stupst Miley ihr Herrchen an, oder sie bellt.

Hunde können eine Menge Tricks lernen. Pfote geben, Rolle machen, Stöckchen holen. Doch Hunde wie Miley können ein bisschen mehr. Sie sind dafür da, Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen. Ihre Spürnase hatte Miley von Geburt an. Aber das Aufpassen und das Zeichen geben musste die Labrador-Hündin erst lernen. Und zwar bei ihrer Trainerin Janine Lehmann. Sie bildet Assistenz-Hunde aus und bringt ihnen schwierige Aufgaben bei. „Hunde wollen den Menschen gefallen“, sagt die Fachfrau. Deshalb heißt es ja auch: Der Hund ist der beste Freund des Menschen.

„Um einem Hund etwas beizubringen, muss man ihn belohnen“, erklärt Janine Lehmann. „Sobald er richtig auf ein Kommando reagiert, gibt es ein Leckerli.“ Das muntert den Hund dazu auf, die Aufgabe immer wieder auszuführen. „Wichtig ist dabei, dass die Tiere ihre Arbeit gern machen“, betont die Expertin. Darum dürften die Tiere auch nicht bestraft werden, wenn sie etwas tun, was sie nicht sollen. So hat Janine Lehmann auch ihren eigenen Hunden viele Tricks beigebracht. Sie können zum Beispiel Schubladen öffnen, Lichtschalter betätigen oder den Haustürschlüssel bringen. Echte Assistenz-Hunde sind sie deshalb aber nicht.

Sollen sie auch gar nicht sein. „Assistenz-Hunde bildet man nicht zum Spaß aus“, sagt Janine Lehmann. „Die sind nur für Leute da, die auch wirklich Hilfe brauchen. Meine Hunde sind eher Familien-Hunde.“ Die müssen meist artig sein, dürfen aber auch mal herumtoben. Warn-Hündin Miley tobt auch noch ein bisschen. Sie ist erst ein paar Monate alt und noch ein Welpe. Jens muss deshalb noch etwas mit Miley trainieren. „Es kostet viel Zeit und Mühe, einen Assistenz-Hund auszubilden“, erklärt die Fachfrau. „Die Hunde müssen sehr aufmerksam sein, sollen alles, was sie tun, nur auf Kommando tun. Sie dürfen nicht fortlaufen und müssen andere Hunde ignorieren. Schließlich haben sie eine sehr wichtige Aufgabe.“ Darum übt Janine Lehmann auch bis zu zwei Jahre lang mit Miley und ihrem Herrchen. Bis die beiden schließlich ein perfektes Team sind.

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