Tierwelt : Haie sind sehr neugierig

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Die Tiere verbreiten Angst und Schrecken – dabei gehören sie zu den Gejagten.

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28. August 2015, 23:09 Uhr

Von Hai-Angriffen auf Menschen ist immer mal wieder in den Zeitungen zu lesen. Besonders vor den Küsten Australiens und Neuseelands scheint es für Taucher, Surfer oder Schwimmer gefährlich zu sein. Viele Menschen haben große Angst vor Haien. Dazu hat auch der berühmte Horrorfilm „Der Weiße Hai“ von Regisseur Steven Spielberg beigetragen. In dem Film wird der Hai als gefährliche, mordende Bestie dargestellt. Dabei sind Haie weder bösartig, noch an Menschenfleisch interessiert. Sie sind vor allem eines: neugierig.

Haie gibt es in allen Ozeanen der Welt. Sie mögen die Wärme der Karibik und die Kälte der Arktis. Ihre Vorfahren lebten schon vor den Dinosauriern. Heute zählen Wissenschaftler mehr als 400 verschiedene Haiarten. Die meisten von ihnen leben in der Tiefsee. Ihre Größe reicht vom 24 Zentimeter kleinen Steuerschwanz-Katzenhai bis zum 18 Meter langen Walhai. Die meisten Haie werden jedoch nicht länger als einen Meter.

Haie haben übrigens kein Skelett aus Knochen oder Gräten, sondern bestehen nur aus Knorpeln. Wegen ihres Fleisches, ihrer Knorpel und sogar der Flossen werden sie gejagt. Millionen von ihnen landen auch als Beifang in den riesigen Netzen der Fischer. Weil ihr Überleben gefährdet ist, stehen viele Haiarten, darunter auch der Walhai, der Riesenhai und der Weiße Hai, auf der Liste vom Aussterben bedrohter Tiere. Im Meer haben die scheuen Tiere die wichtige Funktion der Gesundheitspolizei, indem sie verletzte, kranke und tote Fische fressen.

Tödliche Hai-Angriffe auf Menschen kommen sehr, sehr selten vor. Jährlich verunglücken rund 15 Milliarden Menschen beim Schwimmen, Surfen und Baden. Dagegen sind 50 bis 100 Hai-Attacken sehr wenig. Viel gefährlicher ist für die Menschheit der Straßenverkehr. Im Urlaub von einer herabfallenden Kokosnuss erschlagen zu werden, ist wahrscheinlicher, als von einem Hai getötet zu werden. Wer eine Wunde hat, sollte auf das Baden im Meer vorsichthalber verzichten – das Blut zieht die Haie an.

Die Unfälle passieren, wenn der Hai den Menschen mit einem Beutetier verwechselt oder sich durch ihn angegriffen fühlt. Insbesondere der Weiße Hai, ein intelligentes und sensibles Tier, reagiert neugierig auf die Umrisse einer möglichen Beute. Durch einen „Probebiss“ mit dem Gaumen versucht der Hai herauszufinden, ob die Beute essbar ist. Die schweren Verletzungen entstehen oft durch die panische Reaktion der Opfer. Auch die vielen Zähnchen auf der Haihaut verursachen Schnittverletzungen. Anders als der Killerfisch aus dem Spielberg-Film sind Haie aber keine Menschenjäger. Im Gegenteil: Sie gehören zu den Gejagten – leider.

Autorin: Maren Herbst


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