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Weihnachten : Große Aufregung im Stall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Was würden Ochs und Esel wohl berichten, wenn sie sich an die Heilige Nacht erinnern?

Zu einer Weihnachts-Krippe gehören ein Ochs und ein Esel. Stumm gesellen sie sich zu Maria, Josef und dem kleinen Jesus. Dabei hätten die beiden bestimmt so einiges zu erzählen. Sie müssten sich schließlich an die Geburt von Jesus erinnern können. Diese soll vor sehr langer Zeit gewesen sein, vor mehr als 2000 Jahren. Was Ochs und Esel wohl über die Heilige Nacht erzählen würden? Vielleicht das:

Ochs: War das damals aufregend! Weißt du noch, wie mitten in der Nacht dieses Paar in unseren Stall kam? Wie hießen sie gleich?

Esel: Maria und Josef. Die Frau war ganz fertig von der langen Reise. Sie war hochschwanger. Doch Kaiser Augustus hatte befohlen, dass sich jeder in seinem Geburtsort melden muss. Und Josef war in Bethlehem geboren. Die beiden waren tagelang zu Fuß unterwegs, bis sie endlich hier ankamen. Was für eine Strapaze!

Ochs: Wieso haben sie sich eigentlich ausgerechnet unseren Stall ausgesucht?

Esel: Bestimmt nicht freiwillig! Sie bekamen kein freies Zimmer mehr in einer Herberge. Und Maria hatte Schmerzen. Kein Wunder, nach der Anstrengung! Das Baby in ihrem Bauch meldete sich. Da suchte Josef einfach irgendeine Bleibe.

Ochs: Da hatten sie aber Glück. Bei uns gab es schließlich Heu, auf das sich Maria legen konnte. Und eine Futterkrippe als Bettchen für das Neugeborene. Denn das kam ja in dieser Nacht zur Welt. Keiner von uns kam mehr an sein Fressen in der Futterkrippe. Und was hatte ich für einen Hunger!

Esel: Mir knurrte damals auch der Magen. Aber es war ja schließlich nicht irgendein Kind, das da geboren wurde – sondern der Sohn Gottes. Das haben wir ja erst später erfahren. Dann nämlich, als Hirten das Kind besuchten. Ein Engel hatte ihnen erzählt, dass Gottes Sohn geboren ist.

Ochs: Kannst du dich noch an diese Männer erinnern? Sie kamen ein paar Tage später und brachten Jesus Geschenke. Ein Stern hatte ihnen den Weg gezeigt.

Esel: Ja, ich weiß noch. Sie brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Damals war wirklich viel los in unserem Stall!

Stimmt’s oder stimmt’s nicht?

Alle Jahre wieder wird am Heiligen Abend die Weihnachtsgeschichte erzählt. Immer mit dabei: Maria, Josef und Jesus, die Heiligen Drei Könige, ein paar Hirten, ein Ochse, ein Esel, Stall, Krippe und der Stern von Bethlehem. Die Geschichte von der Geburt Jesu geht auf die Bibel zurück. Die Bibel ist das wichtigste Buch für Christen. Die Geschichte steht dort im Neuen Testament: im Evangelium von Lukas und im Evangelium von Matthäus. Aber hat sich die Geburt Jesu wirklich so zugetragen, wie es in der Weihnachtsgeschichte erzählt wird? Wohl eher nicht. Ein Hinweis darauf ist, dass die Geschichten, die Lukas und Matthäus schreiben, nicht gleich sind. Hier einige Beispiele:

Bei Lukas wird Jesus tatsächlich in eine Krippe gelegt, bei Matthäus ist nur von einem Haus die Rede. Ein Stall wird in beiden Geschichten nicht erwähnt. Die Heiligen Drei Könige tauchen nur bei Matthäus auf. Allerdings werden sie Sterndeuter genannt. Und es steht dort nicht, wie viele es gewesen sein sollen. Sie werden von einem Stern geleitet. Die Hirten und der Engel wiederum sind nur bei Lukas zu finden. Esel und Ochse kommen in beiden biblischen Geschichten gar nicht vor. Sie wurden der Weihnachtsgeschichte später hinzugefügt.

Lukas und Matthäus schrieben die Geschichten einige Jahrzehnte nach dem Tod Jesu auf. Beide hatten ihn zu Lebzeiten vermutlich nicht gekannt. Mit ihren Erzählungen wollten sie den Gläubigen wohl eine Erklärung geben, wie der Sohn Gottes in die Welt kam. Und jeder tat das auf seine Weise. Die Weihnachtsgeschichte, die heute zum Beispiel in den Krippenspielen erzählt wird, ist also eine Mischung aus beiden Erzählungen. Und ihr wurden weitere religiöse Bilder hinzugefügt. Schön ist sie trotzdem – alle Jahre wieder.

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