Tierwelt : Glibberig und giftig

Das ist eine Kompassqualle.
Das ist eine Kompassqualle.

Quallen sehen aus wie schöne Blumen. Manche von ihnen sind gefährlich.

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03. August 2015, 23:33 Uhr

Wer gern im Meer badet, ist bestimmt schon einmal Quallen begegnet. Elegant und scheinbar mühelos treiben sie im Wasser. Sie existieren seit rund 500 Millionen Jahren und gehören zu den ältesten Tieren der Erdgeschichte. Bis heute sind Quallen in allen Weltmeeren zu Hause. Ihr Ruf ist aber nicht der beste. Sie gelten als giftige Meeresräuber und Brennnesseln der Meere. Wenn Sie in Schwärmen auftreten, ist schnell von einer Quallen-Plage die Rede.

Quallen gibt es in den verschiedensten Formen und Farben. Wissenschaftler haben mehr als 1000 verschiedene Arten gezählt. Die kleinsten Quallen sind kleiner als ein Stecknadelkopf, die größten haben einen Durchmesser von mehreren Metern. Egal, ob riesig oder winzig: Sie bestehen zu 98 Prozent aus Wasser, haben kein Gehirn, kein Herz und auch keine Knochen. Sie können über ihre Nervenzellen Licht und Schatten wahrnehmen und spüren, wo oben und unten ist. Quallen sind Super-Talente: Verlieren sie einen Fangarm oder einen Teil ihres Schirms, können sie das Körperteil mit ihren Zellen problemlos nachbilden.

Ihr Körper besteht aus zwei hauchdünnen Schichten, die die Innen- und Außenseite ihres Schirms bilden. Der hat je nach Quallenart die Form einer Scheibe, Glocke, Kugel oder eines Würfels. Dazwischen befindet sich eine glibberige Masse. Quallen bestehen im Grunde nur aus Mund, Magen und Tentakeln. Der Hohlraum an der Unterseite ist Mund und Magen. Mit ihren Tentakeln, das sind die Fangarme, gehen Quallen auf Beutezug. Wenn sie mit ihren Fangarmen andere Lebewesen streifen, schießt aus den dort platzierten winzigen Nesselkapseln Gift heraus, mit dem die Beute betäubt oder getötet wird.

Keine Angst: Zwar sind alle Quallen giftig, aber nicht alle sind für Menschen gefährlich. Es gibt zwei große Gruppen: Die harmlosen Scheiben- oder Schirmquallen und die giftigen Würfelquallen. Letztere leben in tropischen und subtropischen Gebieten. Das giftigste Meerestier der Welt ist… eine Qualle: die australische Seewespe. Sie lebt an der Nordküste Australiens und könnte mit ihrem Gift rund 200 Menschen töten. Die Badenden werden in Australien deshalb durch engmaschige Netze im Meer vor ihr geschützt.

In Nord- und Ostsee schwimmt die harmlose Ohrenqualle. Vorsicht ist bei der gelben bis dunkelroten Feuerqualle geboten. Sie ist groß wie ein Teller und wird im Spätsommer durch Wind und Strömung oft aus der Nordsee in die Ostsee getrieben. Die Berührung ihrer fast unsichtbaren Tentakeln ist zwar nicht gefährlich, aber sehr schmerzhaft. Es brennt auf der Haut wie Brennnesseln. Empfindliche Menschen können einen allergischen Schock bekommen. Macht also immer einen großen Bogen um die Feuerqualle, auch wenn sie an den Strand gespült wurde. Man kann sich auch an einer toten Feuerqualle „verbrennen“, da ihre Nesselzellen noch aktiv sind.

Autorin: Maren Herbst

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