Technik : Glatte Räder rollen leiser

Ein Güterzug  fährt an einer Mikrofonanlage zur Messung des Lärmpegels vorbei.
Ein Güterzug fährt an einer Mikrofonanlage zur Messung des Lärmpegels vorbei.

Sie können weder flüstern, noch besonders leise bremsen. Trotzdem werden sie Flüsterbremsen genannt

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19. Juni 2015, 16:58 Uhr

Poch, poch, poch. Ein lautes Hämmern kommt unter einem riesigen Güterwagen hervor. Denn der Güterwagen bekommt heute neue Bremsklötze. Das passiert in einer riesigen Halle in der Stadt Köln im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Der Wagen bekommt aber nicht irgendwelche Bremsklötze. Es sind besondere. Fachleute nennen sie LL-Sohle. Andere Leute sagen auch: Der Güterwagen bekommt Flüsterbremsen. Aber das ist ein komischer Begriff. Denn die neuen Teile können weder flüstern, noch besonders leise bremsen. Sie machen etwas Anderes: „Durch die LL-Sohle sollen die Güterwagen in Zukunft leiser auf den Schienen rollen“, erklärt Johannes Gräber. Er ist Fachmann für Bremsen bei der Deutschen Bahn.

Mit den alten Bremsklötzen gibt es nämlich ein Problem: Sie können zwar super bremsen. Aber sie stellen dabei etwas mit den Rädern an.

Das liegt an dem Stoff, aus dem sie gemacht sind. Der heißt Grauguss. „Dadurch werden die Räder beim Bremsen aufgeraut“, erklärt der Fachmann. „Das bedeutet, es entstehen winzige Rillen und Kratzer.“ Wenn der Zug zu bremsen beginnt, werden rechteckige Bremsklötze fest gegen die Räder gepresst. Dadurch wird der Zug langsamer. Wenn nun aber aufgeraute Räder über die Gleise rollen, entsteht ein superlautes Geräusch. Das ist vor allem für Menschen nervig, die in der Nähe von Schienen wohnen.

Die neuen Klötze sind aus einem besonderen Stoff. In ihm ist etwa Kunststoff enthalten. Dadurch bleiben die Räder glatt - und die Züge rollen leiser durch die Gegend. In ein paar Jahren sollen alle Güterwagen der Deutschen Bahn mit neuen Bremsen fahren. Und auch die aufgerauten Räder sollen glattgemacht oder ausgetauscht werden.

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