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Junge Zeitung

21. November 2017 | 11:24 Uhr

Natur : Geheimnisvolle Höhlen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wachsen da Eiszapfen aus der Decke und aus dem Boden? Nein, die Gebilde in Tropfsteinhöhlen sind aus Kalk.

Wie viele Stufen es bis zur Tropfsteinhöhle sind, weiß Markus Fremmer ganz genau: 47. Markus Fremmer ist Höhlen-Führer. Deshalb ist er die Stufen zur König-Otto-Tropfsteinhöhle schon sehr oft hinuntergeklettert. Sie liegt im Bundesland Bayern.

„Bitte passt auf euren Kopf auf. Die Decken sind ziemlich niedrig“, sagt der Experte zu den Schülern, die heute gekommen sind. Sie wollen hinuntersteigen in den Fels und die Tropfsteinhöhle sehen.

„Das hier ist die Königsgrotte, der älteste Teil der Höhle“, erklärt Markus Fremmer, als sie unten sind. Die Wände sind mit unzähligen Knubbeln, Zapfen oder kleinen Zacken aus Stein bedeckt. Tropfsteine! Markus Fremmer leuchtet mit seiner Taschenlampe an die Decke. Das sieht sehr geheimnisvoll aus – wie in einer Märchenhöhle.

Dabei sind Tropfsteine nichts Magisches. Damit sie entstehen, braucht es Kalk, Wasser und viel Zeit, erklärt der Höhlenführer. „Wenn Regenwasser durch den Fels läuft, dann löst es Kalk aus dem Stein.“ Dabei entstehen kleine Hohlräume, die mit der Zeit immer größer werden. Und nach vielen Millionen Jahren kann aus so einem Hohlraum eine richtig große Höhle geworden sein. Das Kalkwasser tropft dann in die Höhle und setzt den Kalk als ganz, ganz feine Schicht ab. Das Wasser verdunstet, der Kalk bleibt zurück. Nach vielen Jahren entstehen so Tropfsteine an der Decke, aber auch am Boden.

Durch schmale und niedrige Gänge geht es weiter, in einen anderen Teil der Höhle. Hier strahlen die Wände und Decken hell im Licht der Lampen. „Wer gute Augen hat, kann hier auch Höhlenbewohner entdecken“, sagt der Fachmann. Die Kinder haben sie schnell gefunden: „Süß! Eine Fledermaus!“, rufen sie. Man kann aber auch noch andere Tiere entdecken, sagt Markus Fremmer. Er leuchtet einen knubbeligen Stein in der Ecke an. Dahinter ist wirklich etwas zu erkennen, finden die Schüler. Ein Wolf oder ein Bär? Es ist allerdings nur ein Schatten, der wie ein Tier aussieht.

Autorin: Julia Rudorf

Hintergrund

Hier findest du Tropfsteinhöhlen

- Sachsen: Drachenhöhle Syrau

- Thüringen: Feengrotten bei Saalfeld

- Niedersachsen: Iberger Tropfsteinhöhle im Harz

- Nordrhein-Westfalen: Atta-Höhle, Bilsteinhöhle und Dechenhöhle im Sauerland

- Hessen: Herbstlabyrinth im Westerwald

- Bayern: Binghöhle bei Streitberg, König-Otto-Tropfsteinhöhle bei Velburg, Sophienhöhle in Ahorntal,Teufelshöhle bei Pottenstein

- Baden-Württemberg: Karls- und Bärenhöhle sowie Nebelhöhle bei Sonnenbühl, Eberstadter Tropfsteinhöhle

Stala-Dingsbums

Die Tropfsteine, die von unten nach oben wachsen, heißen Stalagmiten. Das kann man sich mit dem Buchstaben in der Mitte merken – dem M! „Stalag-M-iten sind müde! Und liegen deshalb auch auf dem Boden.“ Die Tropfsteine, die von der Decke hängen, heißen Stalaktiten. Die dritte Tropfsteinart heißt Stalagnat. Stalagnat entsteht, wenn ein Stalaktit und ein Stalagmit zusammenwachsen.


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