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Weltall : Frühstück aus dem Beutel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am 28. Mai wird mit Alexander Gerst wieder ein deutscher Astronaut zur Raumstation ISS fliegen

Einmal schweben können, ganz schwerelos sein. Schlafen an der Decke oder im Stehen, von einem vorbeifliegenden Wassertropfen schlürfen. Mehrmals am Tag einen Sonnenaufgang und einen Sonnenuntergang erleben. Kann das alles sein?

Ja, auf der ISS, der Internationalen Raumstation. Sie umrundet 416 km über uns jeden Tag mehrmals die Erde. Sie ist mit 28 000 km/h sehr viel schneller als ein Wanderfalke auf der Jagd, der mit 320 km/h genauso schnell ist wie ein ICE. Wegen dieser Geschwindigkeit erleben die Astronauten der ISS alle eineinhalb Stunden einen Sonnenuntergang und einen Sonnenaufgang. Denn die Raumstation braucht nur 1,5 Stunden, um einmal die Erde zu umrunden. So schnell muss sie sein, damit sie auf ihrer Umlaufbahn bleibt und nicht wieder auf die Erde fällt.

Heute wird mit Alexander Gerst wieder ein deutscher Astronaut zur ISS fliegen. Er wird sechs Monate dort bleiben. Darauf hat er sich lange auf der Erde in Simulatoren vorbereitet. Der Körper muss sich an die Schwerelosigkeit erst gewöhnen. Denn das Leben im All ist ganz anders.

Die Astronauten werden morgens um sechs Uhr von der Bodenstation geweckt. Duschen können sie nicht, da sonst die Wassertropfen fortschweben würden. Sie reiben sich mit feuchten Tüchern ab. Das Wasser ist sehr wertvoll und wird recycelt, das heißt, sie verwenden immer wieder dasselbe Wasser, wenn auch frisch aufbereitet, was sie von der Erde mitgenommen haben. Ihr Frühstück besteht aus Getrocknetem in Beuteln, das erst mit Wasser gemischt werden muss. Dann ziehen sie ihre T-Shirts und Hosen an und beginnen mit ihrer Arbeit. Ihre Raumanzüge tragen sie nur, wenn sie raus ins Weltall gehen.

Sie müssen sich um alles auf der Raumstation kümmern. Wenn etwas kaputtgeht, müssen sie es auch reparieren. Aber ihre hauptsächliche Arbeit besteht aus Experimenten. Sie testen, wie sich Material, das sie von der Erde mitbringen, in der Schwerelosigkeit verhält und machen auch medizinische Experimente. Sie müssen aber auch jeden Tag zwei Stunden Sport betreiben, damit sich ihre Knochen und Muskeln nicht zurückbilden. Deshalb gibt es ganz spezielle Sportgeräte.

Abends um 21.30 Uhr steigen sie in ihre Schlafsäcke, befestigen sie an der Decke oder der Wand – denn in der Schwerelosigkeit gibt es kein Oben und Unten – und schlafen acht Stunden.

Zwei interessante Links:
• www.Esa.int/esaKIDSde/
• Echtzeit, wenn die Sonne auf der anderen Seite der Erde ist, ist das Bild schwarz: „High Definition Earth Viewing“ (HDEV) (http://www.nasa.gov/

mission_pages/station/research/

experiments/917.html)


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