Technik : Fliegende Helfer

quadrocopter

Sie sehen aus wie riesige Käfer und fliegen durch die Luft: Quadrocopter. Die Geräte sollen künftig Feuerwehrleuten bei der Brandbekämpfung helfen.

svz.de von
25. März 2014, 16:18 Uhr

Johannes hält die schwarze Fernbedienung in der Hand. Er drückt beide Hebel nach oben – und schon hebt sein Fluggerät mit einem leisen Surren ab. Die Propeller drehen sich so schnell, man kann sie jetzt nicht mehr sehen. „Wenn ich Vollgas gebe, drehen sich die Propeller 10 000 Mal in der Minute“, erklärt Johannes und grinst. Johannes fliegt einen Quadrocopter. Das ist ein Hubschrauber – nur mit vier Propellern. Er sieht ein bisschen aus wie ein großer Käfer.

Johannes ist Ingenieur. Er hat den Quadrocopter zusammen mit ein paar anderen Technikfans an einer Hochschule in Regensburg selbst gebaut. Schon seit mehr als fünf Jahren tüfteln sie für die Hochschule an dem Fluggerät. „Wir hoffen, dass es bald so gut ist, dass es der Feuerwehr bei gefährlichen Einsätzen helfen kann“, sagt sein Kollege Waldemar. Damit das klappt, haben sie dem Quadrocopter eine Videokamera umgeschnallt. Sie filmt, was aus der Luft zu sehen ist. „Die Feuerwehrleute können den Quadrocopter über ein Feuer fliegen lassen. So sehen sie von oben, was bei dem Brand genau los ist – ohne sich selbst in Gefahr zu bringen“, erklärt Waldemar.

„Wir arbeiten gerade daran, dass die Feuerwehrleute die Aufnahmen direkt auf das Visier ihres Helmes gesendet kriegen“, erklärt Johannes. Das soll per Funk funktionieren. „Der Feuerwehrmann kann das Visier hoch machen, wenn er kein Bild braucht. Will er die Aufnahmen wieder sehen, macht er sein Visier einfach wieder runter.“ Einen echten Einsatz für die Feuerwehr hatte der Quadrocopter schon.

Johannes ist in seiner Freizeit selbst Feuerwehrmann und hat ihn ausprobiert: „Wir mussten nach einem Gewitter ein Kirchendach untersuchen. Es sah so aus, als hätte ein Blitz eingeschlagen, aber wir waren uns nicht sicher.“ Mit dem großen Drehleiterwagen kamen sie nicht auf den kleinen Friedhof, wo die Kirche steht. Da hat Johannes den Quadrocopter aufsteigen lassen. Und: „Er hat kein Loch entdeckt, das Dach war dicht geblieben.“

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