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Das thema : Ferienlager mit Spritzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heute startet in Waren an der Müritz ein Urlaubscamp für Kinder und Jugendliche mit Diabetes.

Auf Bäume klettern, mit Drachenbooten fahren und im Diskolicht knutschen? 51 Kinder und Jugendliche starten heute an der Müritz ein normales Ferienlager, das es im Norden nur einmal gibt. Denn alle Ferienkinder haben eine unsichtbare Krankheit, die Ärzte nicht heilen können. „Und um mit dieser Krankheit besser, vielleicht leichter zu leben. Und um andere Kinder mit dieser Krankheit zu treffen, laden wir diese Patienten zu uns ein“, erklärt Dr. Kathrin Kintzel, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im MediClin Müritz-Klinikum. Sie hat sich vor drei Jahren diese Ferienlager ausgedacht, weil sie eine Spezialistin für die Krankheit namens Diabetes ist.

Den Kindern, die miteinander spielen, quatschen und die Müritz erkunden, fehlt ein bestimmter Stoff im Körper, der Insulin heißt. Ohne diesen Stoff können die Kinder das Zucker aus ihrem Essen nicht aufnehmen. Wenn man ihnen nicht hilft, könnten sie einfach umfallen und sterben, falls sie sich zu viel bewegen oder zu viel essen. Die Krankheit Diabetes mellitus Typ I haben insgesamt 30 000 Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland. Das klingt zunächst viel, ist aber in Bezug auf alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland eher wenig.

Deshalb treffen die Zuckerkids, wie sie im Volksmund heißen, selten andere Zuckerkids, die auch vor jedem Essen ihr Blut untersuchen und sich vielleicht sogar fünfmal am Tag Spritzen geben müssen.

Wenn man der Einzige mit einer Krankheit ist, kann einen das wirklich einsam und schüchtern machen. „Unser Diabetes-Camp ist auch gegen diese Einsamkeit gedacht“, sagt die Chefärztin Kathrin Kintzel. Zusammen mit anderen Spezialisten passt sie auf die Kinder auf und erklärt ihnen, wie sie trotz und mit ihrer Krankheit Hamburger essen, Sport machen und Nächte durchfeiern können. Eine Ferienwoche voller Spaß, die nur auf den ersten Blick wie ein normales Ferienlager aussieht.

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