Schule : Erwischt!

Spickzettel können beim Lernen helfen. In Prüfungen sind sie verboten.
Spickzettel können beim Lernen helfen. In Prüfungen sind sie verboten.

Spickzettel sind ziemlich spannend – so spannend, dass man sie sogar in einem Museum findet.

svz.de von
01. September 2015, 23:32 Uhr

Es ist ein kleiner Zettel, etwa so groß wie ein Kassenzettel aus dem Supermarkt. Darauf steht mit blauer Tinte geschrieben, wie man Stahl herstellt. Allerdings ist die Schrift so klein und schnörkelig, dass man zum Lesen eine Lupe braucht. Der Zettel ist ein Spickzettel. Und zwar ein ziemlich alter. Vor über 60 Jahren hat ihn ein Schüler für eine Prüfung geschrieben.

Der Zettel gehört heute dem Schulmuseum in Nürnberg in Bayern. „In der Sammlung haben wir über 1000 Spickzettel“, sagt Museumsleiter Mathias Rösch. Es gibt winzig kleine Spicker, riesengroße und ausgefuchste Exemplare. Zum Beispiel einen Spicker, den ein Schüler in einer Armbanduhr versteckt hatte. Oder einen, der in einer Getränkepackung versteckt war.

Ähnliche Ideen

Schüler auf der ganzen Welt denken sich oft ähnliche Spickzettel aus. Zum Beispiel hat ein Schüler aus Jordanien seinen Zettel in der kleinen Klappe eines Getränkekartons versteckt. Ähnliche Spicker kennt man aber auch aus Deutschland. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Kinder in vielen Ländern ähnliche Dinge in der Schule dabei haben. Das sagen Experten. Zum Beispiel kennen die Schüler fast überall Spickzettel auf Linealen.

Berühmt

Einen berühmten Spickzettel gab es mal im Fußball. Das war im Sommer 2006. Damals war gerade Fußball-Weltmeisterschaft. Die Mannschaft aus Deutschland spielte im Viertelfinale gegen Argentinien. Zum Schluss gab es Elfmeter-Schießen. Der Torwart der deutschen Nationalmannschaft war Jens Lehmann. Bevor es losging, zog er einen kleinen Zettel aus seinem Stutzen. Alle Zuschauer fragten sich damals: Was steht wohl auf dem Zettel drauf? Der deutsche Torwart hat jedenfalls danach zwei Elfmeter gehalten. Was auf dem Zettel stand, kam erst später heraus. Es war ein Spickzettel! Auf ihm stand, wie einige der Torschützen der Argentinier wahrscheinlich schießen werden.

Ganz schön schlau

Bitte alle einen Spickzettel für die Prüfung schreiben! Das klingt nach einer schrägen Idee. Denn Spicken ist in der Schule eigentlich verboten. Trotzdem kann es eine gute Idee sein, sagen manche Experten. Aber nicht, um den Spicker in der Prüfung zu benutzen. Er eignet sich gut zum Lernen. Denn wer versucht, das Wichtigste auf einen kleinen Zettel zu schreiben, der macht sich viele Gedanken.

Super-Spicker

Oft werden Spicker auf Papier geschrieben und dann versteckt. Heute kommt das vielen Schülern umständlich vor. Schließlich kann man eigentlich alles nachsehen, was man nicht weiß: auf dem Smartphone, im Internet! Man könnte mit dem Handy aber auch anders spicken. Zum Beispiel, indem man sich einen kurzen Text als Sprach-Memo speichert oder Schulbuch-Seiten abfotografiert. Smartphones sind also eigentlich ein Super-Spick-Werkzeug. Lehrer wissen das allerdings auch! Deshalb sind Handys in den Prüfungen meist verboten. Aber vielleicht helfen sie wenigstens beim Lernen.

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