Advent : Eine Zeit der Vorfreude

In der Adventszeit besuchen viele Leute den Weihnachtsmarkt. Das gehört für sie dazu – als Vorbereitung auf das Weihnachtsfest.
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In der Adventszeit besuchen viele Leute den Weihnachtsmarkt. Das gehört für sie dazu – als Vorbereitung auf das Weihnachtsfest.

Der Advent hat viel mit Vorbereitung zu tun. Die Christen warten auf die Geburt Christi.

svz.de von
30. November 2015, 16:16 Uhr

Jetzt ist die Adventszeit. Warum sie wichtig ist, darüber hat Heidemarie Pütz mit der Religionslehrerin Regina Geyer und der Forscherin Andrea Graf gesprochen.

Warum gibt es Advent?

Regina Geyer: Advent ist eine Zeit der Vorbereitung, der Vorfreude auf ein Ereignis, nämlich der Geburt Jesus. Von großen Ereignissen wollen wir uns nicht überraschen lassen. Die brauchen Vorbereitung. Wir alle wissen, dass Vorfreude die schönste Freude ist. Wenn ich etwas sehnsüchtig erwarte, genieße ich es umso mehr, als wenn ich so hineinstolpere.

Andrea Graf: Advent kommt von dem lateinischen Wort adventus. Das heißt Ankunft. Advent ist das Warten auf die Geburt Christi. Seit dem Jahr 1563 feiert man vier Wochen Advent. Seitdem ist diese Wartezeit etwas Besonderes. Es gab schon früher verschiedene Bräuche, mit denen diese Zeit gemessen wurde. Und die das Warten verkürzen sollten.

Was waren das für Bräuche?

Andrea Graf: Zum Beispiel gab es den Brauch des Kerbholzes. Für jede gute Tat eines Kindes wurde eine Kerbe in das Holz gemacht. Das sollte an Weihnachten der Beweis für das Christkind sein, dass man sich viel Mühe gegeben hat.

Braucht man heute eigentlich noch die Adventszeit? Warum geht man nicht gleich zu den Geschenken über?

Regina Geyer: Man braucht sie mehr denn je! Denn unsere Wünsche werden oft sehr schnell erfüllt. Man gönnt sich nicht mehr die Vorfreude und das Abwarten. Sehnsucht nach etwas zu haben, ist für viele leider verloren gegangen. Die Bräuche in der Adventszeit können die Sehnsucht in uns neu wecken. Mit den Lichtern am Adventskranz, die von Woche zu Woche heller leuchten, soll unsere Vorfreude wachsen.

Andrea Graf: Die Adventszeit war früher eine Zeit der Besinnlichkeit. Die Menschen haben danach noch immer Sehnsucht. Dieses Gefühl wird ja auch auf den Weihnachtsmärkten verkauft. Diese sind allerdings oft so gut besucht, dass es kaum besinnlich zugeht. Die Menschen genießen es trotzdem, sich dort mit Freunden und Familie zu treffen. Für Viele gehört das heute zur Adventszeit dazu.

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