Eine berühmte Krankenschwester

Die Illustration zeigt das Lazarett in Scutari um 1856 und die Krankenschwester Florence Nightingale mit einem Licht in der Hand. .
Foto:
Die Illustration zeigt das Lazarett in Scutari um 1856 und die Krankenschwester Florence Nightingale mit einem Licht in der Hand. .

Florence Nightingale half vielen Menschen, die krank waren – und sie hatte eine Menge Ideen, wie man die Pflege verbessern konnte

svz.de von
08. Dezember 2013, 16:03 Uhr

Die Eltern waren gar nicht begeistert von den Plänen ihrer Tochter: Florence wollte sich um Arme, Kranke und Verletzte kümmern. Dabei kam Florence aus einem reichen Haus. Sie lebte in England. Die Eltern von Florence waren der Ansicht: Ihre Tochter sollte sich mit Leuten umgeben, die ähnlich viel Geld hatten. Doch Florence hatte schon als Mädchen den Wunsch, kranke Menschen zu pflegen, erzählt der Experte Norbert Friedrich. Als eine Grippe im Haus ihrer Familie umging, kümmerte sich Florence um die Leute. Da war sie 16 Jahre alt.

Danach las sie sehr viel über Krankenpflege. Zum Beispiel Berichte über eine Anstalt für Krankenpflege in Kaiserswerth in Deutschland. Kaiserswerth gehört heute zur Stadt Düsseldorf. Die Anstalt wurde von einem Pfarrer gegründet. „Florence wollte gerne dorthin, durfte aber nicht“, berichtet der Experte.

Doch dann machte sie eine Reise durch Europa. Gemeinsam mit einem Ehepaar, das mit der Familie von Florence befreundet war. Die Ehefrau sorgte dafür, dass die Reise auch nach Kaiserswerth ging. Dort konnte Florence sich die Arbeit der Krankenpflege ein paar Tage anschauen.

Etwa ein Jahr nach dem kurzen Besuch hatte Florence ihre Eltern dann endlich so weit: Sie durfte für knapp drei Monate nach Kaiserswerth reisen. Die junge Frau lernte dort viel über Krankenpflege. Was brauchen Patienten, wie wäscht man sie, wie behandelt man Wunden? Wie muss eine Krankenschwester sein? An anderen Orten in Europa lernte sie dann noch mehr darüber. Und sie fing an, ihr Wissen aufzuschreiben.

Dann wurde Florence gefragt, ob sie in einem Krieg helfen könnte. Ihr Heimatland führte mit anderen Staaten einen Krieg, der weit weg war. Man fragte sie, ob sie dort Verletzte behandeln könnte. Florence machte sich mit mehreren Frauen auf den Weg an einen Ort, der heute zur Türkei gehört. Die Reise dauerte viele Tage – es gab noch keine Flugzeuge, aber Eisenbahnen.

Als sie in dem Ort Scutari ankam, war Florence erschüttert: Die Lager für die Kranken waren schmutzig, es gab kaum Hilfe. In den Lagern starben viele Menschen. Die Soldaten glaubten erst nicht, dass Florence Nightingale helfen könnte. „Doch sie konnte sich gut durchsetzen. Sie war unermüdlich darin, das Leben und die Behandlung der Patienten zu verbessern“, erzählt der Experte.

Vieles, was für uns heute normal ist, war damals nicht normal. Zum Beispiel: Es muss in Kliniken sauber sein, damit die Menschen sich nicht mit Keimen anstecken.

Florence überlegte, wie man Krankenhäuser so gestaltet, dass man Menschen am besten helfen kann. In ihrem Leben schrieb sie viele Bücher darüber. Ihren Rat suchten auch wichtige Leute - Politiker und Adelige zum Beispiel. Florence traf sogar die damalige Königin von Großbritannien. Sie hieß Victoria. Die beiden schrieben sich auch Briefe.

Die Eltern von Florence fanden es später übrigens gut, was ihre Tochter machte. Schließlich wurde sie als Krankenschwester weltberühmt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen