Tierwelt : Ein Wildtier kehrt zurück

Wölfe heulen, um sich miteinander zu verständigen.
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Wölfe heulen, um sich miteinander zu verständigen.

Vor etwa 150 Jahren starben Wölfe in Deutschland aus.

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07. Januar 2016, 12:00 Uhr

Wölfe, die kennt man meist nur aus dem Tierpark oder aus Filmen. Aber es gibt sie in Deutschland auch in freier Natur.

Insgesamt sind es wohl um die 200 bis 300 Wölfe, schätzen Tierschützer. Für sie ist das eine tolle Sache. Denn lange Zeit waren Wölfe aus Deutschland verschwunden. „Wölfe gehörten früher wie Wildschweine oder Füchse zu den heimischen Wildtieren“, erklärt die Biologin Vanessa Ludwig. „Aber die Menschen machten Jagd auf die Wölfe. So lange, bis sie vor 150 Jahren schließlich ganz ausgerottet waren.“ Doch seit dem Jahr 1990, also seit mehr als 20 Jahren, dürfen Wölfe in ganz Deutschland nicht mehr gejagt werden. So kam es, dass die Tiere in ihre alte Heimat zurückkehrten. Zum Beispiel aus unserem Nachbarland Polen, wo immer Wölfe gelebt hatten.

Wölfe leben in Rudeln zusammen. Ein Rudel besteht aus den Eltern und den Jungtieren, die in den letzten ein bis zwei Jahren geboren wurden. Mit etwa zwei Jahren heißt es dann für einen jungen Wolf: Abschied nehmen von der Familie! Die Jungtiere ziehen einzeln los und suchen sich ein eigenes Revier.

Dabei halten sie auch nach einem Partner Ausschau. Haben sie beides gefunden, lassen sie sich nieder und gründen eine eigene Familie.

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Von Grenzen zwischen den Ländern lassen Wölfe sich dabei nicht aufhalten. Sie traben einfach durch Wälder und über Felder und bleiben dort, wo es ihnen gefällt. Seit sie nicht mehr gejagt werden dürfen, haben die Wölfe bei uns eine gute Überlebenschance. „Wölfe können sich gut anpassen. Sie brauchen keine Wildnis, sondern können auch zwischen Feldern und Wiesen überleben“, erklärt Vanessa Ludwig.

Im Jahr 2000 gab es dann auch tatsächlich wieder eine Wolfsgeburt in Deutschland: Eine Wölfin brachte in der Oberlausitz im Bundesland Sachsen vier Welpen zur Welt.

Doch nicht alle Menschen sind von der Rückkehr der Wölfe begeistert.

In der Tat verursachen sie einige Probleme. Zum Beispiel verputzen Wölfe auch gern mal Schafe oder Ziegen, die von Menschen gehalten werden. Für die Besitzer ist das ein Problem. „Man kann nicht ganz verhindern, dass das ab und zu passiert“, sagt Vanessa Ludwig. „Aber man kann es den Wölfen schwer machen, zum Beispiel, indem man geeignete Zäune aufstellt.“ Doch Zäune halten die Wölfe nicht immer ab. Sie springen wohl darüber oder graben sich drunter durch.

Was kann man tun, damit alle zufrieden sind? Auf diese Frage müssen Experten gemeinsam in den nächsten Jahren eine Antwort finden. Die Wölfe einfach wieder zu vertreiben, ist sicher keine gute Lösung.

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