Tierwelt : Ein Wald voller Bären

Felix fühlt sich wohl im Bärenwald.
Felix fühlt sich wohl im Bärenwald.

Ein Glück, dass es den Bärenwald Müritz gibt. Hier leben gerettete Braunbären.

svz.de von
14. Juli 2015, 23:43 Uhr

Habt ihr in den Ferien noch nichts vor? Macht doch mal einen Ausflug zum Bärenwald Müritz in Stuer. Das ist an der Südspitze des Plauer Sees. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat hier ein großes Bärenschutzzentrum aufgebaut, das 2006 eröffnet wurde. In dem großen Waldstück leben 18 Braunbären, die aus schlechter Haltung gerettet wurden.

Zwei von ihnen sind Lothar und Sindi. Die Geschwister waren die ersten beiden Bären, die hier ihr endgültiges Zuhause gefunden haben. Sie wurden 1990 in Sachsen geboren und kamen im selben Jahr als Geschenk zur Landesgartenschau nach Baden-Württemberg. Dort lebten sie in einem Streichelzoo und waren für einige Monate die Lieblinge der Gartenschaubesucher.

Als die Landesgartenschau vorüber war, kamen die Bärenkinder in ein winziges Gehege mit Betonboden des Schwarzwaldparks Löffingen. Das war schlimm, denn Bären brauchen eine abwechslungsreiche Landschaft mit Wald, Wiesen, Waldlichtungen und Flüssen. 2005 wurde die Organisation „Vier Pfoten“ auf die beiden aufmerksam und einigte sich mit den Besitzern darauf, Lothar und Sindi in den neuen Bärenwald zu bringen.

Seitdem hat das Bärenwald-Team viele Braunbären gerettet. Viele von ihnen waren krank und hatten Verhaltensstörungen entwickelt. Fast alle haben sich inzwischen erholt und haben Vertrauen zu ihren Tierpflegern gefasst. Manche Bären sind verspielt und kontaktfreudig, andere ziehen sich lieber zurück. Anders als in den engen Gehegen und Käfigen ist das im Bärenwald möglich. Hier stehen die Bedürfnisse der Bären im Vordergrund. Sie sind nicht dazu da, um angesehen zu werden, sondern sie leben hier und die Menschen haben das Glück, sie dabei beobachten zu können.

Das geht am besten bei einem Rundgang. Die erste Station ist ein unbeleuchteter Tunnel. Die Besucher müssen sich ihren Weg durch die Dunkelheit ertasten und werden dabei von Geräuschen und Materialien überrascht. Dieser Rollentausch hilft, sich in die Situation eines hilflosen Bären in Gefangenschaft zu versetzen. Danach führt der Weg an vielen großen Gehegen vorbei, außerdem gibt es mehrere spannende Ausstellungsstationen, einen tollen Abenteuerspielplatz und einen Zirkuswagen, in dem die Entstehungsgeschichte des Parks erzählt wird. Wer mag, kann sich Filme über die Vergangenheit und Eigenheiten jedes einzelnen Bären im Park ansehen.

Die Bären sollen ihre Ruhe haben, artgerecht leben und sich zurückziehen können. Dennoch sind Besucher willkommen. Ist das ein Widerspruch? Nein, denn das Eintrittsgeld wird dringend benötigt, um das viele Futter, die tägliche Pflege und die tierärztliche Versorgung der Bären zu bezahlen. Wer im Bärenwald wandert, hat nicht nur Spaß am Beobachten der Tiere, sondern erfährt vieles über deren Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Vorlieben.

Autorin: Maren Herbst

Der Bärenpark ist von April bis Oktober täglich zwischen 9 Uhr und 18 Uhr geöffnet. Von November bis März ist er täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet.





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