Tierwelt : Ein Vogel mit Super-Ohren

Auf dem Kopf von Uhus gibt es zwei auffällige Federbüschel. Man nennt sie auch Federohren. Aber das sind gar keine Ohren!
Auf dem Kopf von Uhus gibt es zwei auffällige Federbüschel. Man nennt sie auch Federohren. Aber das sind gar keine Ohren!

Uhus sind die größten Eulen in Deutschland / Wenn es Abend wird, gehen sie auf die Jagd

svz.de von
09. April 2015, 23:51 Uhr

Oskar schlägt aufgeregt mit seinen riesigen Flügeln. Er kann es kaum erwarten. Gerade ist Gunter Pelz um die Ecke gekommen. Über seine linke Hand hat der Mann einen dicken, hellbraunen Handschuh aus Leder gezogen. Gunter Pelz streckt Oskar den Arm entgegen – und schwupps: Schon klettert dieser zufrieden auf seinen Arm. „Buhuu buhuu“, macht der große Vogel und schlägt noch einmal mit den Flügeln.

„Das war die Begrüßung“, erklärt Gunter Pelz. Er ist Falkner von Beruf. Das bedeutet, er arbeitet mit Greifvögeln. So ein Greifvogel ist auch Oskar. Er ist eine Eule. Und zwar eine ganz spezielle: Oskar ist ein Uhu. Uhus gehören zu den größten Eulen der Welt. Gunter Pelz und Oskar haben eine ganz besondere Beziehung: Der Mann hat den Uhu einst mit der Hand aufgezogen.

Oskar ist nun zehn Jahre alt. Würde er in der freien Natur leben, dann würde er den Tag über wohl hoch oben in einer Baumkrone oder in einer Felsnische verbringen. Dort würde er sitzen und beobachten, was rundherum so passiert. Oder er würde schlafen. Sobald es aber dunkel wird, legt der Uhu los: Dann geht er auf die Jagd! Dabei kann er sich auf seine guten Augen verlassen. Mit diesen kann er auch in der Dunkelheit prima sehen. Aber noch etwas anderes hilft ihm. „Sein Gehör“, verrät der Falkner und zeigt auf den Kopf von Oskar.

Dort sind zwei auffällige Federbüschel zu sehen. Man nennt sie auch Federohren. „Viele denken, das wären die Ohren des Uhus“, erklärt Gunter Pelz. Stimmt aber gar nicht! Die Ohren könne man gar nicht sehen. Sie sitzen etwa auf Augenhöhe seitlich und sind gut unter Federn versteckt. Sie sehen auch nicht aus wie bei uns Menschen. Der Uhu hat Ohr-Öffnungen. Diese sind unterschiedlich geformt. Das Ohr auf der einen Seite sitzt etwas höher als das Ohr auf der anderen Seite. „Dadurch erreicht der Schall zu unterschiedlichen Zeiten die Öffnungen“, erklärt Gunter Pelz. Das ist ein super Trick! Denn dadurch kann der Uhu genau hören, wie weit seine Beute entfernt ist.

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