zur Navigation springen
Junge Zeitung

16. Dezember 2017 | 00:50 Uhr

Tierwelt : Ein toller Hüpfer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Er ist klitzeklein, kam gerade aber ganz groß raus: Der Dunkelbraune Kugelspringer ist das „Insekt des Jahres 2016“.

Dunkelbraun, kugelig rund, winzig und sechs Beine. So sieht der Dunkelbraune Kugelspringer aus. Möchte man ihn beobachten, muss man genau hinschauen. Hat man Pech, ist er prompt auch schon wieder davongehopst. Eine Jury aus Fachleuten hat das Tierchen vor Kurzem zum „Insekt des Jahres 2016“ gekürt.

Dabei ist der Dunkelbraune Kugelspringer weder besonders schön, noch besonders selten. Aber er und seine Verwandten haben eine sehr wichtige Aufgabe in der Natur.

Kugelspringer gehören zu den Springschwänzen. Die Experten sagen dazu auch: Collembola. Mehr als 8000 verschiedene Arten von Springschwänzen gibt es auf der Welt. „Sie kommen fast überall vor. Sie leben im Wald, in Wiesen, auf Bergen und in Wüsten, aber auch im Schnee“, verrät der Fachmann Hans-Jürgen Schulz. Er erforscht die Tiere schon seit vielen Jahren.

Die Springschwänze sind für die Gesundheit des Bodens wichtig, weiß der Experte. Geht es dem Boden gut, wimmelt es dort nur so von diesen Tierchen. Die meisten von ihnen sind allerdings so winzig, dass man sie nur mit Hilfe eines Mikroskops erkennen kann.

Der Kugelspringer und seine Verwandten ernähren sich zum Beispiel von abgestorbenen Pflanzen-Resten und Algen. Sie zersetzen diese in winzige Einzelteile. Dadurch kann sich Humus bilden. Das ist ein natürlicher Dünger. Er enthält alle wichtigen Stoffe, die Pflanzen zum Wachsen brauchen.

Interessant ist der Kugelspringer aber auch wegen einer Fähigkeit: Er kann toll springen. Früher dachten die Forscher, die Springschwänze könnten mit Hilfe eines Schwanzes springen, erklärt Hans-Jürgen Schulz. Aber sie haben gar keinen Schwanz. Sondern eine Art Sprung-Gabel. Normalerweise ist sie an der Unterseite des Körpers eingeklappt. Droht aber Gefahr, springt die Gabel mit Hilfe eines Muskels heraus.

Sie schlägt auf den Boden – und der Kugelspringer wird davongeschleudert. „Dabei macht er eine Art Salto vorwärts oder rückwärts“, erklärt der Fachmann. Während des Fluges wird die Gabel wieder eingeklappt. So kann der Kugelspringer nach der Landung gleich wieder den nächsten Hüpfer machen. Und das mehrmals hintereinander.

Autorin: Stefanie Paul

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen