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Junge Zeitung

16. August 2017 | 21:32 Uhr

Tierwelt : Ein Tier zum Kugeln

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Maskottchen der Fußball-WM ist ein Gürteltier / Es kann sich zusammenrollen wie ein Ball

Es ist kaum zu erkennen, dass Fuleco ein Tier zeigt, das es in echt gibt. Das Maskottchen der Fußball-Weltmeisterschaft ist eine gelb-blaue Comicfigur mit riesigen Augen und langen Armen. Es soll ein Gürteltier darstellen.

Wegen der WM interessieren sich viele Brasilianer jetzt auch für die echten Gürteltiere – sie wurden zu kleinen Stars. Etwa im Zoo in Recife, das ist eine große Stadt am Meer. „Es kommen jetzt viele Schulklassen vorbei, weil sie etwas über das Gürteltier erfahren wollen“, erzählt Marina. Die junge Frau arbeitet als Biologin im Zoo und kümmert sich seit fünf Jahren um die Tiere.

Das Gürteltier ist etwa so groß wie ein Kaninchen, hat einen langen Schwanz und eine spitze Nase. Es lebt in einem Gehege mit Metallzaun, auf dem Boden liegt Sand. Einen Namen hat das Tier nicht, sagt Marina. Aber sie weiß dafür genau, was es gern frisst: Früchte, Süßkartoffeln und ab und zu auch Fleisch.

Zu seinem Namen ist das Gürteltier gekommen, weil es gepanzert ist. Es sieht ein bisschen so aus, als ob es mehrere Gürtel am Körper trägt. „Dadurch ist das Tier sehr gut geschützt“, erklärt Marina.

Einen besonderen Trick hat das Kugelgürteltier drauf: Wenn es bedroht wird, rollt es sich ganz schnell zu einer Kugel zusammen. Raubtiere beißen sich dann am Panzer die Zähne aus.

Das zusammengerollte Kugelgürteltier sieht ein bisschen aus wie ein Fußball. Das war wohl mit ein Grund dafür, dass es als Maskottchen für die WM in Brasilien ausgesucht wurde. Aber noch wichtiger bei der Entscheidung war, dass es nicht mehr viele dieser Tiere gibt. Sie müssen geschützt werden, damit sie nicht aussterben. Möglichst viele Menschen sollen das erfahren.

Denn der Panzer der Gürteltiere hilft nicht gegen den größten Feind: Das ist der Mensch. Manchen Leuten schmeckt das Fleisch der Gürteltiere. Deshalb werden die Tiere gejagt und gefangen. In manchen Gegenden in Südamerika baut man aus dem Panzer sogar ein Musikinstrument, eine Art kleine Gitarre. Außerdem zerstört der Mensch den Lebensraum der Tiere.

„Unser Gürteltier kann sich nicht zusammenrollen“, sagt Marina. „Es ist eine andere Art.“ Die Zoobesucher bekommen es normalerweise gar nicht zu Gesicht. Viele Gürteltier-Arten sind vor allem dann wach, wenn es dunkel ist. „Tatu“, rufen die Kinder, die am Gehege des Gürteltiers vorbeilaufen. „Tatu“, so heißt das Gürteltier auf Portugiesisch. Es hat sich in einem ausgehöhlten Baumstamm versteckt und schläft tief und fest.

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