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Das thema : Ein Restaurant aus Abfall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Stadt Weimar steht eine Gaststätte, die aus altem Material gebaut ist.

Das Essen in dem Restaurant ist frisch zubereitet. Das Baumaterial aber, aus dem die Küche und der Speiseraum bestehen, ist alt. So alt, dass vieles davon für den Müll bestimmt war. Was für eine Verschwendung, dachte sich Hannes Schmidt – und baute daraus sein eigenes Restaurant.

„Ich wollte schon immer mal ein Restaurant besitzen“, sagt der 29-Jährige. Sein Restaurant ist ein schmuckes Häuschen aus Glas und Holz. „Die Holzbalken haben wir aus einem Dach, das abgerissen wurde“, verrät Hannes Schmidt. Auch die Fenster stammen aus anderen Gebäuden.

Die Kunststoff-Planen unter der Decke waren mal auf einem Lastwagen befestigt. Sie sorgen heute dafür, dass die Gäste im Trockenen sitzen. Früher schützten sie die Fracht des Lastwagens vor Schmutz und Regen. Hannes Schmidt entdeckte die Planen aussortiert in der Lagerhalle einer Firma. „Hätte ich sie nicht mitgenommen, hätte man sie bestimmt weggeworfen“, sagt er.

Auch die Küche baute und stellte er aus gebrauchtem Material zusammen. Mehr als ein Jahr hat Hannes Schmidt daran gearbeitet. Dann war die „Lücke“ fertig. So heißt sein Restaurant. Es befindet sich in der Stadt Weimar im Bundesland Thüringen.

Dort steht das kleine kastenförmige Bauwerk auf einer schmalen Fläche zwischen zwei großen Häusern. So kam das Restaurant auch zu seinem lustigen Namen. „Es füllt eine Lücke“, sagt der Student. Hannes Schmidt studiert Architektur an der Universität Weimar. Die „Lücke“ ist seine Abschlussarbeit an der Uni und soll bis Ende August stehen bleiben.

Der einzige Tisch im Restaurant war mal ein Holzzaun. Er lag achtlos neben einer Baustelle herum. Hannes Schmidt zimmerte daraus eine Speisetafel. Sie ist so lang wie ein großes Fußballtor. Drum herum stehen 24 alte Stühle. „Sie sind nur geliehen. Einige Stühle wurden aus ausgedienten Weinfässern hergestellt“, erzählt Schmidt.

Die Gäste sind fasziniert. Stefan Höfer sitzt mit seiner Ehefrau Esther und Sohn Nils am Ende des langen Tisches. Die Familie ist zum ersten Mal in diesem Restaurant. „Es ist gemütlich“, sagt Stefan Höfer. Dass die „Lücke“ zum großen Teil aus Müll und gebrauchten Gegenständen besteht, wusste er bis jetzt nicht. Die Idee gefällt ihm. Nun freut er sich noch mehr auf das Essen...

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