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Junge Zeitung

22. November 2017 | 17:51 Uhr

Medizin : Ein Ort der Hoffnung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Als erster europäischer Arzt wirkte Albert Schweitzer jahrzehntelang in Afrika

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 17:06 Uhr

Heutzutage gibt es gegen viele Krankheiten wirksame Medizin. Doch die Wissenschaftler forschen weiter. Denn es gibt noch viele Erkrankungen wie die tödliche Virusinfektion Ebola, gegen die noch kein Medikament gefunden wurde. Derzeit greift die Seuche in Afrika um sich und verbreitet Furcht und Schrecken unter den Bewohnern. Ärzte aus vielen Ländern fahren in die Krisenorte und wollen den Kranken helfen. Doch sie können wenig tun.

Der schwarze Kontinent stand noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts unter der Herrschaft der Kolonialmächte. Das waren einzelne europäische Länder, die Afrika unter sich aufgeteilt und die Natur und die Rohstoffe ausgebeutet hatten. Dabei kamen die Europäer mit bis dahin unbekannten Krankheiten, den sogenannten Tropenkrankheiten, in Kontakt. Die Bevölkerung litt unter Malaria, Gelbfieber, Hepatitis, Tuberkulose. Ein deutscher Arzt wollte helfen. Albert Schweitzer, 1875 in Kaysersberg geboren, erfuhr schon als junger Mann von der Not der Kranken in Afrika. Er beschloss, ein Tropenhospital zur Erforschung und Behandlung exotischer Krankheiten zu betreiben. Zunächst studierte er Medizin, denn er hatte zwar schon die Doktorwürde in Theologie und Philosophie inne, war aber noch kein Arzt.

Nachdem er 1913 seine Doktorprüfung erfolgreich absolviert hatte, ging er mit seiner Frau als Missionsarzt nach Afrika. Dort baute er in Lambaréné auf dem Gelände der Pariser evangelischen Mission sein schlichtes Urwaldhospital auf. Lambaréné liegt in Gabun, nah am Äquator, mitten im tropischen Regenwald und heißt heute Koula-Moutou. Dort herrscht eine Hitze wie im Treibhaus, gefährliche Mücken plagten die Menschen. Da Schweitzer kaum Geld hatte, war die medizinische Ausrüstung bescheiden. Seine Gattin stand ihm als Krankenschwester zur Seite. Ein Einheimischer, der auch als Übersetzer fungierte, half ihr. Die Patienten kamen in Scharen.

Im ersten Weltkrieg ereilte Schweitzer ein herber Rückschlag. Er wurde nach Frankreich gebracht und das Hospital geschlossen. 1924 kehrte der Arzt zurück mit neuen Plänen. Er wollte ein ganzes Dorf errichten, in dem auch die Angehörigen der Kranken verweilen konnten. Das neue Spital Lambaréné wurde 1927 bezogen und bot mehr als 200 Patienten Platz. Mittlerweile bekam Schweitzer Unterstützung von europäischen Ärzte und Krankenschwestern. Sie sammelten hier Erfahrungen bei der Bekämpfung der Tropenkrankheiten und regten die Forschung an. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Hospital aufgrund seiner weltweiten Bekanntheit unzerstört. Bis heute versorgt es Patienten.

Schweitzer erhielt für seine Arbeit als Mediziner in den Tropen zahlreiche Auszeichnungen. 1954 wurde er mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Er verstarb am 4. September 1965 in Lambaréné.



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