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Das Thema : Ein mutiger Guaraní-Junge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Weil Werá bei der WM-Eröffnungsfeier furchtlos war, wissen die Brasilianer jetzt etwas mehr über sein Leben

Werá lebt in Brasilien. Doch wenn er sich mit seiner Familie unterhält, verstehen ihn die meisten Brasilianer nicht. In Brasilien wird portugiesisch gesprochen. Aber Werá redet meist in einer anderen Sprache. Sie wird Guaraní genannt.

Werá ist 13 Jahre alt und lebt in einem kleinen Dorf, das sich Krukutu nennt. Wer Werá besuchen will, muss auf einer Sandstraße durch den Urwald fahren. Palmen wachsen hier, Bananenstauden und Orangenbäume. Mit seinen drei Geschwistern und seinen Eltern wohnt Werá auf einer Lichtung, ein Stück vom Dorfzentrum entfernt. Auf dem Grundstück stehen mehrere Häuschen. An einem ist eine große Satelliten-Schüssel befestigt. Seit einem Jahr wohnt Werá in seiner eigenen Holzhütte. Darin stehen ein Bett, ein Schreibtisch und ein Schrank – und einige Paar Schuhe.

Eines davon ist ein ganz besonderes: Werá hat es bei der Eröffnungsfeier der Fußball-Weltmeisterschaft getragen. Bei dem großen Fest durfte er mitmachen. Werá war bei der Feier sehr mutig. Obwohl es nicht erlaubt war, hielt er ein rotes Banner in die Luft. Damit wollte er auf die Situation seines Volkes aufmerksam machen. Denn viele Brasilianer mögen die Guaraní nicht. Sie haben viele Vorurteile gegen die Ureinwohner.

Werá und die anderen in seinem Dorf wehren sich dagegen. Sie möchten auch, dass die Brasilianer ihnen genügend Land zuerkennen. „Unser Land ist sehr klein“, sagt Werá. „Es reicht nicht zum Leben, weil wir nicht genügend anpflanzen können.“

Werás Vater ist nun sehr stolz auf seinen Sohn. Denn er hat dafür gesorgt, dass die Menschen ein bisschen mehr über Guaraní erfahren. Viele wissen nicht einmal, dass es bei den Guaraní auch Schulen gibt. In Krukutu werden die Kinder bis zur fünften Klasse unterrichtet. Werá und seine Schulkameraden fahren jeden Morgen mit dem Bus in die weiterführende Schule ins Nachbardorf. „Nach dem Unterricht gehen wir oft schwimmen“, erzählt Werá. Krukutu liegt direkt an einem See.

Auch einen Bolzplatz gibt es. Manchmal kickt Werá hier mit den anderen Kindern. Aber Fußball findet er gar nicht so toll. Lieber macht er Musik. Werá geht in sein Zimmer und holt seine Geige. Werá hat sich das Spiel darauf selbst beigebracht. Auf den ersten Blick sieht es seltsam aus, denn Werá klemmt die Geige an die Taille. Wenn er spielt, hört man keinen Unterschied.

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