Puppenspiel : Ein Knie wird ein Kerl

Ann-Kristin Mayr studiert Puppenspiel.
Ann-Kristin Mayr studiert Puppenspiel.

Ann-Kristin krempelt ihre Hose hoch. Dann malt sie sich zwei Punkte aufs Knie. Das sollen Augen sein. Darunter zeichnet sie einen Schnurrbart. Fertig ist ein Gesicht. Darüber zieht Ann-Kristin ein blaues Hemd.

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02. Dezember 2014, 23:34 Uhr

Ann-Kristin krempelt ihre Hose hoch. Dann malt sie sich zwei Punkte aufs Knie. Das sollen Augen sein. Darunter zeichnet sie einen Schnurrbart. Fertig ist ein Gesicht. Darüber zieht Ann-Kristin ein blaues Hemd. Sie steckt ihre Hände durch die Ärmel. So entsteht plötzlich eine Figur. Ein kleiner Kerl mit Schnurrbart. Er guckt neugierig den Weg entlang, zupft sich das Hemd ordentlich zurecht und stellt sich vor: „Ich bin Keule.“

Es ist die Stimme von Ann-Kristin, die das sagt. Sie klingt anders als ihre normale Stimme. Es ist eben Keules Stimme. Ann-Kristin lässt den kleinen Kerl lebendig wirken. „Ich stelle mir vor, wie Keule so ist. Wie er sich bewegt und wie er redet. Und dann spiele ich einfach los“, erzählt Ann-Kristin. Sie ist 27 Jahre alt und lernt den Beruf Puppenspielerin. Vor einigen Monaten hat Ann-Kristin angefangen, Puppenspiel an einer Hochschule für Schauspielkunst in Berlin zu studieren. „Es macht mir viel Spaß, die Dinge lebendig werden zu lassen“, sagt Ann-Kristin. Darum geht es beim Puppenspiel. „Je nachdem wie ein Gegenstand oder eine Puppe bewegt wird, kann man sehen, wie sie sich fühlt und was sie denkt“, sagt Ann-Kristin.

Puppenspieler-Profis beherrschen so etwas perfekt. Sie brauchen dafür viel Fantasie. Sie müssen aber auch sonst jede Menge können. Als Studentin lernt Ann-Kristin, zum Beispiel die Stimme richtig einzusetzen, um Figuren reden zu lassen. Dazu bekommt Ann-Kristin Sprechunterricht.

Sie nutzt aber nicht nur ihren eigenen Körper, um in eine andere Rolle zu schlüpfen. „Sondern ich kann mit allen möglichen Dingen spielen, vom Pfefferstreuer bis zur Plastiktüte oder einer Puppe“, sagt Ann-Kristin. „Puppenspiel geht sogar mit mehreren Figuren gleichzeitig. Da gibt es keine Grenzen. Das mag ich so an dem Beruf.“

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