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Junge Zeitung

18. November 2017 | 15:07 Uhr

Tierwelt : Ein flinker Baumeister

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Biber wirkt wie ein Landschaftsgestalter: Er errichtet Dämme, um das Wasser für seine Burgen zu stauen

Lange war er verschwunden. Doch jetzt siedelt er sich wieder an Flüssen und Bächen an. Der Biber, Europas größtes Nagetier, ist ein flinker Baumeister. Er baut Dämme, um das Wasser für seine Burgen zu stauen. Dazu verbraucht er Unmengen Holz. So nagt er mit seinen langen, scharfen Schneidezähnen einen zehn Zentimeter dicken Baumstamm in einer Nacht durch und zerlegt ihn in kleine Stücke. Das Holz dient nicht nur als Baumaterial, sondern auch als Nahrungsquelle. Die Baumrinde von Weiden und Pappeln wird hierbei bevorzugt.

Sein Wirken sorgte jedoch in früherer Zeit bei Landwirten, Förstern oder Anwohnern oft für Unmut. Denn Biber können mit ihren ausgeklügelten Staudämmen den Wasserstand regulieren und die Fließgeschwindigkeit des Wassers bestimmen. So sorgen sie dafür, dass ihre Behausungen nicht überflutet werden. Doch es missfiel den Landwirten, wenn das Wasser plötzlich nicht mehr wie gewohnt fließen konnte.

Der fleißige Nager haust in selbst gegrabenen Uferhöhlen, deren Eingang unter dem Wasser liegt. Wenn es am Ufer ungünstig ist, bauen die pelzigen Architekten sogar mitten im See große Wasserburgen. Diese künstlichen Inseln können bis zu zwei Meter hoch aus dem Wasser ragen. Meist bestehen sie aus mit Schlamm abgedichteten Ästen und Zweigen. Während sich der Eingang auch hier unter Wasser befindet, liegt die Nestkammer warm und trocken über der Wasseroberfläche.

Der Biber ist ein echtes Schwergewicht. Bis zu 1,30 Meter groß, kann er bis zu 40 Kilogramm auf die Waage bringen. An das Leben im Wasser ist er gut angepasst. Seine torpedoförmige Körperform und seine Schwimmhäute an den Hinterfüßen erzeugen hervorragende Schwimmereigenschaften. Bei Gefahr kann er bis zu 20 Minuten unter Wasser abtauchen. Sein abgeplatteter Schwanz ist mit Schuppen überzogen. Mit ihm warnt der Nager per Wasserklatschen seine Artgenossen vor Gefahren. Sein Fell ist extrem dicht und Wasser abweisend. Es schirmt ihn vor den Temperaturschwankungen der Jahreszeiten ideal ab.

Deshalb war sein Pelz Jahrhunderte lang begehrt. In Deutschland führte die erbitterte Jagd zu seiner Ausrottung.

Heute wollen Landwirte und Tierschützer dem Biber eine Chance geben und die verschiedenen Interessen unter einen Hut bringen. Schutzmaßnahmen und Wiederansiedlungsprojekte sorgen dafür, dass sich etwa 12 000 Biber in Deutschland wieder heimisch fühlen.


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