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Junge Zeitung

21. September 2017 | 21:27 Uhr

Ein Dichter haut ab

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Friedrich Schiller lebte vor mehr als 200 Jahren /Bevor er berühmt werden konnte, musste er erst flüchten

Es ist die perfekte Gelegenheit. Alle Leute sind aufgeregt: Am Hof des Herzogs steigt an diesem Abend ein riesiges Fest. Alle sind abgelenkt, keiner passt auf. Es ist genau der richtige Zeitpunkt. Jetzt oder nie. Zwei Männer steigen heimlich in eine Kutsche. Die Pferde rasen los. Am Morgen erreicht die Kutsche die Grenze – die Flucht vor dem Herzog von Württemberg ist geglückt.

Was nach einer tollen Abenteuer-Geschichte klingt, ist wirklich passiert. Es ist die Geschichte von Friedrich Schiller. Er war ein berühmter Dichter und lebte vor mehr als 200 Jahren. Friedrich Schiller schrieb viele berühmte Gedichte und Theaterstücke. Darin geht es meist um ein bestimmtes Thema: um Freiheit.

Um die Freiheit ging es auch in seinem eigenen Leben. Als Jugendlicher musste Friedrich Schiller nämlich auf die „Hohe Karlsschule“ gehen. Das war eine Schule des Herzogs von Württemberg. Dort wurden junge Männer für den Staatsdienst ausgebildet.Das Leben an der Schule war extrem streng. Die Schüler mussten zum Beispiel immer eine Uniform tragen. Im Sommer mussten sie um fünf Uhr aufstehen. Sie wurden ständig überwacht und kontrolliert. Sie hatten kaum Freizeit. Ferien gab es nicht.

Viele Schüler litten unter dieser Strenge, auch Friedrich Schiller. Er wollte vor allem eines: frei sein und Theaterstücke schreiben. Doch so etwas wurde an der Karlsschule nicht gern gesehen. Der Herzog hatte für so etwas nichts übrig. Deshalb bekam Friedrich Schiller auch immer wieder Ärger.

Doch davon ließ er sich nicht abbringen. Er schrieb heimlich weiter, zum Beispiel nachts oder auf der Krankenstation. Seine Freunde hielten zu ihm und deckten ihn. Dann war Friedrich Schillers erstes Theaterstück fertig. Es hieß „Die Räuber“.

Doch in Württemberg wollte das Stück niemand veröffentlichen. Vielen war es zu gefährlich, sie fürchteten die Strafe des Herzogs. Friedrich Schiller musste den Druck des Werkes selbst bezahlen. Auf dem ersten Titelblatt von damals stand noch nicht einmal sein Name. Aber das Stück wurde tatsächlich aufgeführt, in der Stadt Mannheim.

Diese Stadt lag damals sozusagen im Ausland. Denn die Stadt gehörte nicht mehr zum Herzogtum Württemberg. Heimlich reiste Friedrich Schiller zur Premiere. Aber er flog auf. Der Herzog stellte ihn daraufhin unter Arrest und erteilte ihm ein Schreibverbot. Das wollte sich der Dichter nicht mehr gefallen lassen.

Doch was sollte er tun? Er stand ja im Dienst des Herzogs. Dieser war sozusagen sein Chef. Es blieb nur: die Flucht. Zusammen mit einem Freund riss Friedrich Schiller aus. So nutzte er die Chance, ein berühmter Dichter zu werden.

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