Musik : Ein besonderes Instrument

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Andreas Sieling übt jeden Tag zwei bis drei Stunden. Er spielt auf einem großen Instrument: einer Orgel.

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31. August 2015, 23:59 Uhr

Es war eine rote Kordel, die Andreas Sieling zur Orgel brachte: Als er ein Kind war, hing diese in einer Kirche vor der Treppe, die zur Orgel führte. Die rote Kordel bedeutete: Hier darf niemand hinaufgehen! Damit war für ihn klar, das muss ein ganz besonderes Instrument sein.

Heute ist Andreas Sieling 51 Jahre alt und spielt auf einer der größten Orgeln Deutschlands: Er ist Organist im Berliner Dom. Trotzdem sagt er: „Ich übe jeden Tag mindestens zwei bis drei Stunden – und ich habe immer noch nicht ausgelernt.“ Denn wer Orgel spielt, muss auch verstehen, wie sie funktioniert.

Doch das ist gar nicht so einfach. Auf den ersten Blick sieht eine Orgel aus wie ein riesiges Klavier mit Pfeifen. Aber: „Das Einzige, was Klavier und Orgel gemeinsam haben, ist die Tastatur“, erklärt Andreas Sieling.

Eine Orgel besteht aus unterschiedlichen Teilen: Da ist zum Beispiel der Motor, der die Orgel mit Luft versorgt. Durch Rohre aus Holz wird die Luft ins Innere des Instrumentes gepumpt, wo sie dann in den Pfeifen Töne erzeugt. Die Pfeifen sind die Stimme des Instruments. „Viele Leute denken, dass eine Orgel nur die Pfeifen hat, die auf den ersten Blick zu sehen sind“, sagt Andreas Sieling, „dabei ist der Großteil der Pfeifen im Gehäuse versteckt.“

In dem riesigen Holzkasten befinden sich oft Hunderte weiterer Pfeifen. Große Orgeln haben sogar mehrere Tausend Pfeifen in verschiedenen Größen und Formen.

Die meisten Orgeln sind Einzelstücke: Das Instrument wird genau an den Raum angepasst, in dem sie später stehen soll. Denn die Größe und die Höhe des Raumes beeinflussen den Ton, der aus der Orgel kommt. Das heißt aber, dass jede Orgel anders ist: Manche Orgeln haben zum Beispiel engere Tasten. Wenn Andreas Sieling ein Konzert an einem anderen Ort als im Berliner Dom gibt, erkundigt er sich deshalb zuerst über die Orgel. So kann er einordnen, welche Art von Orgel auf ihn wartet.

Die Orgel im Berliner Dom dagegen kennt er schon gut. Seit zehn Jahren spielt er dort mehrmals in der Woche, fast jeden Tag kommt er um sieben Uhr morgens zum Üben. Da hat er nämlich das riesige Kirchengebäude für sich: Die ersten Besucher tauchen erst zwei Stunden später auf.

Autorin: Franziska Langhammer

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