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tierisch : Die Wildpferde von Dülmen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Pferde stehen meist im Stall oder auf der Weide / Es gibt aber auch noch wilde Tiere – sogar in Deutschland.

Sie sind klein, haben grau-braunes Fell und eine buschige Mähne: die Dülmener Wildpferde. Seit Hunderten Jahren leben sie in der Nähe der Stadt Dülmen in Nordrhein-Westfalen. Man nennt sie so, weil sie früher frei umherzogen und noch heute fast ohne Hilfe des Menschen leben.

Heute sind die Tiere auf einem großen Gelände zu Hause. Es liegt im Naturschutzgebiet Merfelder Bruch. Hier grasen die Pferde auf moorigen Wiesen und knabbern manchmal an Büschen und Bäumen. Wenn es regnet, stellen sie sich im Wald unter. Denn einen Stall gibt es nicht. Im Winter wächst ihnen ein dickes Fell, das sie gegen Schnee und Kälte schützt.

„Das sind Pferde, die von uns unabhängig sind“, sagt Friederike Rövekamp. Sie ist Försterin im Merfelder Bruch und schaut regelmäßig nach den zähen Tieren. Und sie zeigt Schulklassen und anderen Besuchern, wie die Pferde hier leben. „Och, die Armen!“, sagen dann manche Kinder. Ihnen tun die Pferde leid. Wenn sie krank sind, kommt nämlich kein Tierarzt. Und keiner hilft ihnen bei der Geburt.

Doch anders als ein Pferd im Stall kommen die Dülmener Wildpferde damit gut klar. „Sie kennen es nicht anders“, sagt Friederike Rövekamp. „Für sie ist es ganz normal, so zu leben.“

Die Tiere ziehen in einer großen Herde umher, die aus vielen kleinen Gruppen besteht. „Das ist wie eine Schule mit mehreren Klassen“, erklärt die Försterin. In jeder Gruppe gibt es eine Art Klassenlehrerin: ein Pferd, das bestimmt, wo es langgeht.

Außerdem gibt es Gruppen, die mehr zu sagen haben als andere. Das Leittier der obersten Gruppe ist so etwas wie die Schulleiterin: Es führt die ganze Herde. Wenn das Leitpferd weiterzieht, laufen alle anderen hinterher.

Die Pferde finden auf dem Gebiet genügend zu fressen. Im Winter legt die Försterin aber zusätzlich Heu hin. Das macht sie nicht, weil die Pferde das unbedingt brauchen, sondern um den Wald zu schützen. „Sonst würden die anfangen, Rinde und Knospen zu fressen“, erklärt Friederike Rövekamp, „und so den Wald kaputt machen.“ Also den Wald, in dem sie oft unterwegs sind.

Das Problem ist: Die Dülmener Wildpferde können nicht einfach weiterziehen wie früher. Heute kommen sie irgendwann an einen Zaun. Darum brauchen sie auch ein bisschen Hilfe von den Menschen.

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