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Junge Zeitung

17. Dezember 2017 | 20:48 Uhr

Karneval : Die Narren sind los

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kein Karneval ohne Kostüme und Späße / Till Eulenspiegel hätte das gefallen

Sicher habt ihr schon einmal von Till Eulenspiegel gehört. Er soll vor rund 700 Jahren in Deutschland gelebt haben und gilt als der berühmteste aller Narren. Seine Erkennungszeichen waren eine Narrenkappe mit kleinen Glöckchen, ein Handspiegel und eine Eule. Das Tolle an ihm war, dass er bei seinen Späßen vor niemandem Angst hatte. Hochmütige, gierige und unfreundliche Menschen legte er besonders gern rein – meist, so dass sie sich in der Öffentlichkeit blamierten. Viele fürchteten deshalb seinen scharfen Verstand und seinen Witz.

Über die Herkunft seines Nachnamens ist viel gerätselt worden. Da die Eule als Symbol der Klugheit gilt und Till den Leuten gern „den Spiegel vorhielt“, also ihnen zeigte, wie sie wirklich waren, passt Eulenspiegel gut zu ihm. Am liebsten nahm er das, was andere sagten, wörtlich. Als er einmal für einen Bäcker arbeiten wollte und diesen fragte, was genau er für ihn backen sollte, spottete dieser: „Na was wohl? Eulen und Meerkatzen!“ Ratet mal, mit was Till ihn am nächsten Tag überraschte. Richtig, mit selbstgebackenen Eulen und Meerkatzen!

Dafür, dass Till Eulenspiegel wirklich gelebt hat, gibt es keine Beweise. Er wurde der Legende nach im Jahre 1300 geboren und starb mit 50 Jahren in Mölln. Er kleidete sich wie ein Narr, obwohl er kein normaler Narr war. Hofnarren gehörten damals zum Hofstaat eines Königs und sollten diesen mit Späßen unterhalten. Sie trugen eine Narrenkappe, bunte Kleidung und spitze Schuhe mit Schellen drauf. Eulenspiegel trat zwar wie ein Narr auf und stellte sich oft dumm, in Wirklichkeit war er oft klüger als seine Mitmenschen und legte sie gehörig rein. Im 16. Jahrhundert erschien ein Buch, in dem sein Leben und seine Streiche beschrieben wurden. Es wurde in viele Sprachen übersetzt. So wurde der Schalk auch im Ausland bekannt.

Seitdem bezeichnet das Wort „Eulenspiegelei“ einen Schabernack. Kein Wunder, dass sich viele Karnevalisten Till Eulenspiegel zum Vorbild nehmen. Genau wie er nutzen sie ihre Narren-Rolle, um auf spaßige Weise Kritik zu üben. Viele tragen eine Narrenkappe, die der Till Eulenspiegels ähnelt.

Ihr Vorbild zog durchs Land und hat in vielen Städten seine Spuren hinterlassen. So steht in seinem Geburtsort Kneitlingen ein Eulenspiegel-Denkmal, ebenso in Erfurt und in Mölln. In Braunschweig und Magdeburg gibt es Brunnen mit Eulenspiegel-Skulpturen. Wer neugierig auf Till Eulenspiegel geworden ist, kann sich seine Streiche ja einmal durchlesen. Die Geschichten stehen in jeder Bibliothek.

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