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Junge Zeitung

12. Dezember 2017 | 05:43 Uhr

Spiel : Die letzte Murmel gewinnt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Kuhle, viele Kugeln: Bei dieser Sportart dreht sich alles um Murmeln

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 17:29 Uhr

Manche Kinder spielen mit ihnen auf dem Schulhof. Sie buddeln kleine Kuhlen in den Boden und rollen die Murmeln hinein. Andere lassen sie Murmel-Bahnen hinunterkullern. Aber wusstest du, dass es richtige Vereine für Murmel-Spieler gibt? Einer liegt zum Beispiel in dem Ort Wölfersheim im Bundesland Hessen: der 1. Södeler Klickerverein. Hier dreht sich alles um die kleinen bunten Kugeln.

„Das Wichtigste an dem Spiel ist der Spaß“, sagt der 16-jährige Tim. Aber natürlich komme es auch auf die Technik an. Seinem Vereinskollegen Udo Tanner gefällt es am besten, dass alle mitmachen können. „Man trifft hier jede Generation, ob jung oder alt.“ Erwachsene spielen mit, aber auch Kinder und Jugendliche. Auf der Wiese in Wölfersheim sind drei Spielfelder angelegt. Jedes ist drei mal sechs Meter groß und mit rotem Sand bedeckt – wie auf einem Tennisplatz. Der Sand allein reicht aber noch nicht. Zu einem Murmelfeld gehört noch eine kleine Kuhle. Dort müssen die Spieler die Murmeln hineinrollen. Zwei Mannschaften treten gegeneinander an – vier gegen vier.

„Früher als Kinder haben wir um die Murmeln gespielt“, erklärt Vereinsmitglied Thomas Müller. „Heute spielen wir um Punkte.“ Gewonnen hat aber nicht der, der die meisten Murmeln eingelocht hat. Wer die letzte Kugel versenkt, gewinnt! Die Spieler müssen also nicht nur geschickt sein, sondern sich auch eine Taktik überlegen. Das Spiel beginnt mit dem Anwerfen. Die Murmel-Spieler stellen sich an den Spielfeldrand und zielen nacheinander in Richtung Loch.

Jeder hat drei Murmeln. Manche treffen die Kuhle sofort – und bekommen Applaus von ihren Mitspielern. Andere platzieren ihre Kugeln nah dran. Oder auch mal einen Meter weit weg.

Nun geht es darum, die auf dem Feld verstreuten Murmeln ins Loch zu kicken. Die Spieler dürfen dafür auch den Platz betreten. Dann gehen sie mit prüfendem Blick in die Hocke. Praktisch ist, wenn die Murmeln so liegen, dass sie angedotzt werden können. Das bedeutet: Man schnippt mit einem Finger eine Murmel gegen eine andere. Die Kugeln, die sich berührt haben, kommen sofort ins Loch. Dann ist es nicht mehr weit bis zum Sieg.

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