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Junge Zeitung

13. Dezember 2017 | 08:33 Uhr

Tierwelt : Die Insel der Pferde

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wild und frei: An manchen Orten leben die Tiere noch so / Das kann für Überraschungen sorgen

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 17:28 Uhr

Plötzlich steht da ein Pferd. Mitten auf der Straße. Und die Autos müssen warten. Auf einer Insel an der Ostküste der USA passiert das häufiger. Sie heißt Assateague Island (gesprochen: Essatieg Eiländ) und ist bekannt für die Wildpferde, die hier zu Hause sind. Sie gehören niemandem. Nur sich selbst. Die Tiere leben in völliger Freiheit, streifen das ganze Jahr durch die sumpfigen Wiesen und Dünen der Insel – und begeistern die Menschen.

„Diese Pferde haben eine ganz besondere Kraft und Ausstrahlung“, findet die 17 Jahre alte Madeleine. Sie lebt eigentlich in Deutschland. Sie ist aber Amerikanerin und verbringt fast jedes Jahr ein paar Wochen auf Assateague Island bei ihren Großeltern. Auch wegen der Wildpferde, die sie so liebt. In diesem Jahr hat Madeleine ein Praktikum in einem Besucherzentrum gemacht. Dort informieren Mitarbeiter die Urlauber über die Tiere auf der Insel und kümmern sich um den Naturschutz. „Die Pferde hier sind nicht gezähmt, sondern eben völlig wild“, sagt Madeleine. Sie ist in Deutschland schon auf Pferden geritten. Aber die Tiere auf Assateague Island könnte sie sich niemals mit Sattel und Reiter vorstellen. Die Pferde leben nach ihrem eigenen Willen, galoppieren am Strand oder baden im Meer. Sie hören nicht auf Menschen und lieben ihre Freiheit. „Das macht sie so besonders, und sie sehen auch dadurch so schön aus“, findet Madeleine.

Die wilden Pferde auf der Insel sind in zwei Gruppen geteilt: Eine Gruppe lebt im Norden der Insel, die andere im Süden. Die Wildpferde im nördlichen Teil der Insel werden völlig sich selbst überlassen. „Es gibt keinen Tierarzt, der sich um sie kümmert, wenn sie krank sind“, sagt Madeleine, „und die Tiere werden auch nicht gefüttert.“ Manchmal treffen die Tiere auf der Insel doch auf Menschen. Sie könnten treten oder beißen und von dem Futter krank werden. Außerdem sollen sie sich nicht an den Kontakt zu Menschen gewöhnen. „Denn sonst wären sie irgendwann genauso wie andere Pferde. Aber sie sollen ja so besonders bleiben, wie sie eben sind“, sagt Madeleine. Dazu kommt: Wenn die Pferde ihre Angst vor Autos verlieren, kommt es zu Unfällen, bei denen Tiere verletzt oder gar getötet werden.

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