Tiere : Die Glatzen unter den Affen

affe

Rote Uakaris leben in Südamerika / Wenn sie gesund sind, haben sie Köpfe wie reife Tomaten

svz.de von
18. März 2014, 16:56 Uhr

Manche sagen, Uakaris seien die „hässlichsten Tiere der Welt“. Nun ja, Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Aber ein bisschen seltsam sehen diese Affen schon aus mit ihrem knallroten Kopf, als hätten sie einen dollen Sonnenbrand und der kahlen Glatze, auf der kaum ein Haar wächst. Und dem kurzen Stummelschwanz, der aussieht, als habe ihn jemand gekürzt. Dazu ein dickes Fell, das an Muttis alte Fransenstola aus Hippiejahren erinnert.

Aber Uakaris selbst finden sich schön. Und nur darauf kommt es an. Weibchen wählen sich am liebsten das Männchen mit dem rötesten Kopf aus. Wenn die Glatze glüht wie eine reife Tomate, finden sie es am attraktivsten. Kranke Tiere haben ein blasses Gesicht. Wer rot ist, ist also gesund.

Uakaris sind die Glatzen unter den Affen. Sie gehören zu den Neuweltaffen. Weil sie in Amerika vorkommen. In der neuen Welt also, wie die Europäer früher sagten. Weil Kolumbus den Kontinent erst im Jahr 1492 entdeckt hat. Dort leben die Tiere im Nordwesten: in Peru, Venezuela, Kolumbien und Brasilien, und zwar im Urwald, oft in der Nähe von Flüssen. Die Baumwipfel verlassen sie selten. Sie hausen in Gruppen, denen 15 bis 30 Individuen angehören.

Man unterscheidet in Rote und Schwarze Uakaris. Die lassen sich, wie der Name sagt, durch ihre Farbe auseinanderhalten. Die Affen ernähren sich von Samen und Früchten, manchmal fressen sie auch Insekten und Blüten. Das Gesicht der roten Uakaris ist deswegen so rot, weil sie kaum Hautpigmente haben. Also keine Hautfarbstoffe. Man sieht ihre roten Adern durch die fahle Kopfhaut schimmern.

Warum sie eine Glatze haben, weiß man nicht. Aber die haben sie auch nicht von Geburt an. Ähnlich wie die Menschen, verlieren sie die im Lauf des Lebens erst. Anders als Opa aber ziemlich früh. Meist schon nach drei Jahren.

Wie Hunde kommunizieren Uakaris auch, indem sie einander beschnüffeln. Die Männchen parfümieren sich deshalb gerne schon mal ein. Und zwar mit dem eigenen Urin. Auch das ist etwas gewöhnungsbedürftig für uns Menschen. Aber wer es mag!

Obwohl Uakaris ganz schön gruselig aussehen, sind sie absolut ungefährlich. Das mag mit ein Grund sein, warum sie vom Aussterben bedroht sind. Manche Indianer jagen und essen sie. Andere machen das nicht, weil die Uakaris so menschenähnlich aussehen. Und wer will schon seine Verwandten aufessen?


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen