Jubiläum : Die Geburt von Mittelerde

J.J.R. Tolkien hat Mittelerde erfunden. Collage: Denny Schröter
J.J.R. Tolkien hat Mittelerde erfunden. Collage: Denny Schröter

Vor 60 Jahren erschien der erste Band von J.J.R. Tolkiens „Herr der Ringe“

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28. Juli 2014, 23:31 Uhr

Der Kassiererin im Supermarkt gab er mit dem Kleingeld schon mal sein Gebiss mit in die Hand. Keine Frage: Humor hatte dieser J.J.R. Tolkien. Und Fantasie natürlich auch. Wer sonst kommt schon auf die Idee, sich Orks, Hobbits und ein ganzes Universum mit Namen Mittelerde auszudenken? Klar, die Rede ist von „Der Herr der Ringe“. Vor 60 Jahren, am 29. Juli 1954, erschien der erste Band „Die Gefährten“.

Spätestens seit der Verfilmung durch Peter Jackson kennt jedes Kind die Geschichte vom kleinen Hobbit Frodo Beutlin, der mit seinen Freunden und dem guten Zauberer Gandalf jede Menge Abenteuer bestehen muss, um dem dunklen Herrscher Sauron den Ring der Macht wieder abzujagen und so zu verhindern, dass das Böse regiert.

Zwölf Jahre lang schrieb Tolkien an dem Buch. Von 1937 bis 1949. Das dauerte so lange, weil er seine Geschichte bis ins kleinste Detail durchplante. Er hat nicht nur einzelne Völker wie die Hobbits oder die Elben erfunden, sondern gleich noch ihre Mythen und ihre eigene Sprache mit. Das konnte er, weil er eigentlich Sprachwissenschaftler war. Er lehrte an der Universität in Oxford und unterrichtete dort unter anderem „Mittelenglisch“. Eine ältere Form des Englischen. Das war sein Beruf.

Seine Märchen und Sagen hat er in der Freizeit, meist nach Mitternacht, quasi nebenbei geschrieben. Viele davon für seine eigenen Kinder, denen er die selbst erfundenen Geschichten abends vor dem Zubettgehen erzählte. So ist auch „Der Hobbit“ entstanden. Und zwar im Jahr 1937. Das Buch war ein Erfolg. „Der Herr der Ringe“ sollte so etwas wie die Fortsetzung davon sein.

Doch Tolkien hat nicht nur Völker und Sprachen erfunden. Er hat sich für seine Mittelerde auch Bauwerke, Pflanzen und Gesteinsarten ausgedacht. Sogar über die Mondphasen der Handlung hat er genauestens Buch geführt. Seine Geschichte umfasst ganze 10 000 Jahre. Klar brauchte er da ein bisschen länger für.

Schon als Jugendlicher übrigens hat der 1892 in Südafrika geborene John Ronald Reuel, so lautet sein Name ohne Abkürzungen, sich mit seinen Cousinen in England, wo er seit seinem dritten Lebensjahr an lebte, in selbst ausgedachten Kunstsprachen unterhalten. Eine davon hieß „Animalic“. Da wurden englische Wörter mit Tierbezeichnungen vertauscht. „Vierzig“ beispielsweise bedeutete „Esel“ und „Esel“ wiederum „Vierzig“. So lässt sich ganz einfach eine neue Sprache erfinden. Am besten selbst mal ausprobieren!



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