Die Frau auf dem Felsen

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Sie soll wunderschön gewesen sein, aber auch gefährlich: Um Loreley ranken sich viele Legenden

svz.de von
26. März 2014, 15:32 Uhr

Eine schmale Treppe führt den Felsen hinauf. Tief unten sieht man den Rhein. Der Fluss schimmert schön grün. Gerade tuckert ein großes Lastschiff mit Containern beladen um den riesigen Felsen herum. Dieser Felsen ist sehr berühmt und berüchtigt. Es ist der Loreley-Felsen im Bundesland Rheinland-Pfalz. Er ist mehr als hundert Meter hoch, supersteil und ragt wie ein gewaltiges Hindernis in den Rhein hinein. Der Fluss muss dem Felsen ausweichen. Er macht an dieser Stelle deshalb eine scharfe Kurve. Die Strömung ist besonders tückisch. Viele Schiffe sind hier schon gesunken und viele Menschen verloren ihr Leben. Aber waren es wirklich die gefährlichen Strömungen, die den Schiffen zum Verhängnis wurden? Man erzählt sich auch die Geschichte von einer Frau mit dem Namen Loreley. Sie soll wunderschön gewesen sein, aber auch gefährlich. Die Geschichte sagt: Die Loreley saß hoch oben auf dem Felsen und kämmte ihr langes, goldenes Haar. Dabei soll sie immer ein Lied gesungen haben. Die Schiffer, die unten vorbeifuhren, waren von ihr ganz verzaubert. Sie achteten nicht mehr auf den Fluss und seine Strömungen und Felsen. Die Schiffer hatten nur noch Augen und Ohren für die schöne Loreley. Das war ihr Verderben. Die Loreley hat es so allerdings nicht wirklich gegeben. Sie ist die Erfindung von Dichtern. Berühmt ist zum Beispiel das Loreley-Gedicht des Dichters Heinrich Heine. Er schrieb es vor fast 200 Jahren.Das Gedicht fängt so an: „Ich weiß nicht was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin. Ein Märchen aus alten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn.“ Die letzte Strophe des Gedichtes geht: „Ich glaube, die Wellen verschlingen am Ende Schiffer und Kahn. Und das hat mit ihrem Singen die Loreley getan.“ Ein Komponist schrieb zu dem Gedicht später eine schöne Melodie. Das Lied wurde weltberühmt - und mit ihm die Geschichte von der Loreley.

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