Das Thema : Die Anfänge der Fotografie

Fotografie-Experte Andreas J. Mueller steht neben einer riesigen „camera obscura“ in seinem Museum.
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Fotografie-Experte Andreas J. Mueller steht neben einer riesigen „camera obscura“ in seinem Museum.

Heute kann man nur noch über die alte „camera obscura“ staunen. Es war ein langer Wegbis zur modernen Digitalkamera.

svz.de von
18. November 2014, 20:23 Uhr

Heute genügt ein Knopfdruck - und fertig ist das Foto. Die moderne Digitalkamera speichert das Bild als Datei, und es kann jederzeit von einem Drucker auf Hochglanzpapier gebracht werden. Doch es war eine lange Entwicklung bis zum schnellen Klick. Alles begann einst mit einem unscheinbaren Holzkasten. Jener hatte ein kleines Loch in einer Wand und diente als Zeichenhilfe. Stellte der Zeichner einen Gegenstand vor das Loch und beleuchte es mit einer Laterne, so fiel der Schatten des Gegenstandes auf die gegenüberliegende Wand. Allerdings stand es dort auf dem Kopf. Der Astronom Johannes Keppler nannte diese dunkle Kammer „camera obscura“. Sie wurde von den Menschen mit Verwunderung bestaunt.

1816 gelang es Joseph Nicéphore Nièpce, mit Hilfe der „camera obscura“ ein Bild auf Chlorsilberpapier festzuhalten. Allerdings verschwand das Bild schnell wieder. Erst 1826 gelang es ihm, das erste Foto der Welt zu machen. Den Blick aus seinem Arbeitszimmer musste er acht Stunden lang belichten. So lange fiel das Licht durch das Objektiv auf das Papier - und beides durfte nicht bewegt werden. Der Theatermaler Louis Jaques Mandé Daguerre (1787-1851) schaffte es, die Belichtungszeiten auf vier Minuten zu verkürzen. Er entdeckte, dass schon durch kurze Belichtung einer Jodsilberplatte ein kaum sichtbares Bild entsteht, welches dann unter Bedampfung mit Quecksilber sichtbarer wird.

Während dies alles noch Experimente waren, entwickelte der Mathematiker William Talbot ein neues Aufnahmeverfahren, das viele Abzüge ermöglichte. Ursprünglich wollte er Landschaftsbilder mit der „camera obscura“ nachzeichnen. Doch sie misslangen. Eines Tages legte er ein Objekt auf ein Papierblatt, das mit einer Nitratlösung behandelt war und ließ es von der Sonne bestrahlen. Nach einer Weile zeichnet sich ein Bild ab. Allerdings war es kein orginalgetreues Bild, sondern die vom Objekt verdeckten Stellen blieben hell, während der Rest des Papiers schwarz wurde. Talbot erhielt ein Negativ. Doch das Bild verschwand bei Tageslicht wieder. Erst als er Natriumthiosulfat zur Fixierung verwendete, blieb das Bild.

Doch das Verfahren war viel zu umständlich. Es musste für jedes Bild eine neue, schwere Platte in die Kamera gelegt werden. Zudem musste jene kurz zuvor mit einer lichtempfindlichen Emulsion beschichtet werden. Der Amerikaner George Eastman tüftelte an einer neuen Emulsion und erfand zunächst die Trockenplatte. Er entwickelte die berühmte Kamera Kodak, die mit einem Rollfilm ausgestattet war. So wurde das Fotografieren für jedermann möglich.


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