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Tierwelt : Der Zimmerer des Waldes

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Den Buntspecht kannst du jetzt gut an Futterhäuschen beobachten

Im Winter kann man am Futterhäuschen den Buntspecht beobachten. Weibchen und Männchen sind im Schwanzbereich rot gezeichnet. Das Männchen trägt zusätzlich einen roten Nackenfleck. Der Buntspecht ist nicht scheu, versteckt sich aber gerne vor uns hinter Stämmen und Ästen. Es gibt viele Spechtarten, den Buntspecht sieht man am häufigsten.

Tischler, Schreiner oder Zimmerer fertigen etwas aus Holz. Der Specht tut das auch. Bestimmt habt ihr schon gesehen, wenn er sich an einem Baum zu schaffen macht. Sein Schwanz stützt ihn, wenn er herum klettert und ist fast so etwas wie ein dritter Fuß. Mit den Kletterfüßen hält er sich fest. Sein kräftiger Schnabel schlägt gegen den Stamm, um sich tief in das Holz zu bohren.

Dass er dabei keine Kopfschmerzen bekommt, verdankt er dem Schnabel. Der ist so gebaut, dass die Kraft des Schlages abgefangen wird. Außerdem ist die Knochenhülle seines Gehirns stärker als bei anderen Vögeln. Man könnte sagen, dass sich zwischen Schnabel und Schädel so etwas wie ein Stoßdämpfer befindet.

Der Specht möchte nicht unnötig schwer arbeiten. Er sucht sich gezielt Stämme und Äste aus, die von innen morscher sind. Die kann man leichter bearbeiten.

Da der Specht nicht alle selbstgebauten Höhlen benutzen kann, ziehen andere Waldbewohner ein. So tischlert er für Meisen, Sperlingskauze, Hohltauben, sogar Eichhörnchen, Waldmäuse, Siebenschläfer, Bienen und Fledermäuse ein Zuhause. Wo sollten diese Tiere sonst wohnen, wenn nicht der geschickte Handwerker eine Behausung für sie geschaffen hätte?

In der warmen Jahreszeit ernährt er sich von Insekten und Larven, die er mit seiner langen Zunge hinter der Rinde hervorholt. Auch Samen, Nüsse und Beeren stehen auf seinem Speiseplan. Der Zimmerer des Waldes ist auch ein Schmied. So ein Schmied braucht eine Werkbank, um etwas zu bearbeiten. Der Specht schlägt mit dem Schnabel eine Furche in den Baumstamm und klemmt eine Nuss oder einen Fichtenzapfen hinein, um ihn dann zu bearbeiten und sich die Samen herauszuholen. Ist der leer, wird er herausgeworfen. Wenn ihr unter einem Baum leere Zapfen findet, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass sich oben im Stamm eine Spechtschmiede befindet.

Im Winter, wenn das Nahrungsangebot knapp ist, sieht man den Vogel auch am Futterhäuschen. Hier stärkt er sich, um den harten Winter zu überstehen. Im Frühling wird man wieder sein Trommeln durch den Wald schallen hören. Er erzeugt es, indem er mit dem Schnabel auf hohle Baumstellen klopft. Weibchen und Männchen suchen so einen Partner.


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