Portrait : Der Vater von Pinocchio

Carlo Collodi hat Pinocchio erschaffen. Collage: Denny schröter
Carlo Collodi hat Pinocchio erschaffen. Collage: Denny schröter

Den kleinen Bengel kennt jeder, dessen Erfinder Carlo Collodi kaum einer

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28. Februar 2014, 18:23 Uhr

Hand aufs Herz: Wer weiß was über Carlo Collodi? Wenn jetzt einer „ich“ brüllt, sollte er Obacht geben, dass seine Nase nicht anfängt zu wachsen. Womit schon der erste Wink gegeben wäre. Handelt es sich bei dem Mann doch um den Erfinder des kleinen Pinocchio. Und den kennt wirklich jeder. Das ist die kleine Holzmarionette, die auf einmal anfängt zu leben, nachdem Tischler Geppetto sie geschnitzt hat. Pinocchio heißt auf Italienisch übrigens „Holzköpfchen“. Eh Geppetto es sich versieht, läuft ihm der kleine Kerl davon und der Tischler hat jede Menge zu tun, ihn wieder zu finden. Sogar ins Gefängnis muss er wegen dem Kleinen.

Aber hier soll nicht die Geschichte Pinocchios erzählt werden. Die kennen eh die meisten aus dem Fernsehen. Es gibt einen berühmten Film von Walt Disney und eine schöne Zeichentrickserie aus Japan. Unvergessen sind Fuchs und Straßenkater. Das Entchen Gina natürlich, das immer alles besser weiß und am Ende Recht behält. Ganz zu schweigen von Pinocchios Nase, die wäschst, wenn er lügt. Nein, hier soll es um den Vater von Pinocchio gehen. Zum Leben erweckt hat diesen kleinen Holzkopf nämlich ein Mann namens Carlo Collodi. Eigentlich hieß er Carlo Lorenzini. Den Namen Collodi, benannt nach dem Geburtsort seiner Mutter, gab er sich erst später als Autor. Geboren wurde er 1826 in der italienischen Stadt Florenz. Sein Vater war Koch bei einem reichen Marquis. Seine Mutter Kammerzofe. Sie starb schon früh. Deswegen wuchs der kleine Carlo mit seinen mindestens zehn Geschwistern, so genau weiß man das heute nicht mehr, als Halbwaise auf.

Der Marquis finanzierte ihm ein Studium der Literatur, Philosophie und Redekunst. Danach arbeitete Carlo als Bibliothekar und Journalist. Weil er auch politische Texte schrieb und das im von Frankreich und Österreich besetzten Italien damals nicht so einfach war, wählte er den Künstlernamen Collodi. Märchen übersetzte er, schrieb Schulbücher und für Zeitungen. Auch „Die Abenteuer des Pinocchio“ schrieb er zwischen 1881 und 1883 für eine Zeitung. Eine für Kinder. Als Buch erschienen die gesammelten Geschichten 1883.

In mehr als 80 Sprachen wurde der Pinocchio übersetzt. Er wurde ein echter Weltstar. Das Buch verkaufte sich sechs Millionen Mal. Von Filmen und Theaterfassungen ganz abgesehen. Die Abenteuer waren mit Bildern illustriert, das machte sie so anschaulich. Collodi hat auch noch andere Bücher geschrieben. „Pipi, das rosarote Äffchen“ zum Beispiel. Das ist heute beinahe genauso vergessen, wie der Schriftsteller selbst.


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