Übersinnlich : Der Sternenfreund Nostradamus

Michel de Nostredame
1 von 2
Michel de Nostredame

Vor 510 Jahren wurde Michel de Nostredame geboren. Er sagte schlimme Stürme für unser Jahrhundert voraus

svz.de von
13. Dezember 2013, 16:41 Uhr

In der Zeitung gibt es ja Horoskope, die einem aus der Stellung der Sterne die Zukunft voraussagen wollen. Geht das? Darüber streiten Menschen sich schon seit vielen Jahrhunderten. Einer, der sich ganz sicher war, dass es möglich ist, war ein Mann namens Nostradamus. Er kam heute vor 510 Jahren in dem französischen Städtchen Saint-Rémy-de-Provence auf die Welt.

Eigentlich hieß er Michel de Nostredame. Weil es damals für Gelehrte aber als chic galt, sich einen lateinischen Namen zu geben, nannte er sich Nostradamus. Klingt auch viel geheimnisvoller, nicht wahr?

Michel wollte studieren. In der Stadt Avignon fing er damit an: Grammatik, Rhetorik und Logik belegte er. Weil aber die Pest ausbrach, eine todbringende Krankheit, musste er aufhören und wurde Apotheker.

Seine erste Frau starb. Seine zweite war so reich, dass Nostradamus die Zeit hatte, sich neben seiner Arbeit dem Schreiben und der Astrologie zu widmen – also der Sterndeutung. Er schrieb sogenannte Almanache, in denen er in Versen die Ereignisse des kommenden Jahres voraussagte. Der König Heinrich II. bekam diese Texte in die Hand und holte Nostradamus an den Hof. Vor allem die Königin Katharina von Medici glaubte an die Sterne. Sie soll Nostradamus gleich zu ihrem Leibarzt gemacht haben.

Bis hinein ins Jahr 3797 sagte Nostradamus die Zukunft voraus. Er selbst starb schon 1566. Für unser Jahrhundert hat er schlimme Stürme und große Überschwemmungen vorausgesagt. Die gab es in den vergangenen Jahren wirklich. Aber mal ganz ehrlich: im Grund gab es die immer mal wieder. Auch früher schon. Vielleicht nicht so oft.

Das Geheimnis von Nostradamus, der sich selbst nicht Astrologe, sondern „Sternenfreund“ nannte, besteht (wie bei allen anderen Horoskopen auch) darin, möglichst verzwirbelt zu reden. Dann kann nämlich jeder das hinein interpretieren, was er selbst will.

Beispiel gefällig? So sagte Nostradamus: „Die vor langem versprochene Zusage wird verdreht, getötet der Führer, um zu vergelten: Aus Hundert sind mehrere Tausend geworden, wie es Blitze macht, wie in mancher Pferdekutsche. Das arabische Imperium macht seinen Kurs wieder gültig, die Freistadt wird zum Sklaven der Freiheit!“ Alles klar? Gar nichts klar. Das sind so wirre Sätze, dass sich fast alles hineinlesen lässt.

Anhänger von Nostradamus haben sie so gedeutet, dass es einen Dritten Weltkrieg gibt. Im Nahen Osten. In der Tat kämpfen seit einigen Jahren im Irak und in Afghanistan Menschen miteinander. Hatte Nostradamus also recht? Das mag jetzt ein jeder für sich selbst entscheiden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen