Essen : Der König der Kuchen

In der Schaubäckerei des „Harzer Baumkuchenhauses Friedrich“ in Wernigerode
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In der Schaubäckerei des „Harzer Baumkuchenhauses Friedrich“ in Wernigerode

Adventszeit ist Backzeit / Baumkuchen entsteht auf einer langen Rolle

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08. Dezember 2014, 16:52 Uhr

In der Weihnachtszeit backen wir alle besonders gerne. Wenn der Duft von Keksen und Kuchen durch das Haus zieht, möchte man am liebsten gleich davon naschen. Vor 500 Jahren etwa kamen die Menschen auf die Idee, einen ganz besonderen Kuchen herzustellen. Man füllte den Teig nicht in eine Kuchenform, sondern kleisterte ihn auf eine mit Papier umwickelte Rolle.

Wie soll denn das gehen, werdet ihr fragen? Ganz genau weiß man nicht, wie dieser Kuchen entstanden ist. Fest steht, dass schon Menschen im alten Griechenland eine Art Brotteig auf Spieße wickelten und am offenen Feuer gegart haben.

Im 15. Jahrhundert begannen die Bäcker in Nürnberg und Frankfurt damit, flüssigen Teig, bestehend aus Butter, Eiern, Zucker, Vanille, Salz und Mehl, auf eine hölzerne oder metallene Rolle zu streichen und diesen in offener Flamme zu garen. Bis zu 15 Schichten kamen so übereinander. Da das aussah wie die Jahresringe eines Baumes, nannte man ihn Baumkuchen.

In der Mitte Deutschlands gab es schon bald regelrechte Zentren dieser Backkunst. So in Salzwedel, Dresden, Stettin, Cottbus und im Harz. In Potsdam erfreute sich schon 1680 der „Große Kurfürst Friedrich Wilhelm I.“ an der Leckerei, die ihm der Hofbäcker Ernst Rabien backte.

Auf einer etwa ein Meter langen Rolle wird der Teig aufgetragen, dann bei offener Flamme kurz gebacken, erneut eingestrichen und wieder gebacken. Bei der vorletzten Schicht benutzt der Konditor eine Art Kamm, mit der er Einkerbungen in den Teig macht. Am Schluss streift man den Kuchen von der Walze, lässt ihn auskühlen und schneidet ihn in 200 Gramm breite Ringe. Diese werden je nach Gegend mit Schokolade oder Zuckerguss überzogen.

Jedes Handwerk hat ein Zunftzeichen. Dort ist ein typisches Merkmal des Handwerks dargestellt. Der Baumkuchen hat es auf das Zunftzeichen der Konditoren geschafft und wird auch als „König der Kuchen“ bezeichnet.

Auch in anderen Ländern gibt es diese Art der Kuchenherstellung. So nennt man den Baumkuchen in Schweden Spettekaka, in Dänemark Kransekage, Sekacz in Polen und in Griechenland Obelisa. Aber, egal, wie man ihn nennt, köstlich ist er immer.



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