Das Winterfell herausgeholt

Die Gämsen haben sich jetzt schon auf die kalte Jahreszeit eingestellt.
Die Gämsen haben sich jetzt schon auf die kalte Jahreszeit eingestellt.

Gämsen leben in den Bergen. In der kalte Jahreszeit kämpfen und rennen sie viel und suchen nach einem Partner.

svz.de von
05. November 2015, 15:15 Uhr

Diese Tiere brauchen keinen Kalender. Sie wissen auch so, welche Jahreszeit ist. Und bereiten sich darauf vor – die Gämsen. Schon jetzt haben die Tiere, die ein bisschen wie kräftige Ziegen aussehen, ein dichtes, langes Winterfell. Es ist dunkler als das Sommerfell und viel wärmer. Das ist wichtig, damit die Tiere überleben, wenn es kalt wird.

„Vor allem für die Jungtiere ist der erste Winter hart“, sagt Experte Dirk Ullrich. Dann gibt es für die Gämsen nur noch wenig Futter. Dirk Ullrich arbeitet im Alpenzoo in Innsbruck in unserem Nachbarland Österreich. Dort lebt eine kleine Gämsenherde. In ihrem Gehege gibt es eine steile Kletterwand und viele Felsen, auf denen sie herumturnen kann. Darin sind Gämsen nämlich spitze.

Schon kleine Gämsen können klettern und kraxeln. Kurz nach der Geburt laufen sie der Gämsen-Mama hinterher. Gämsen kommen im Frühjahr oder Sommer auf die Welt. Die Gämsen-Mamas bringen ihnen viel bei. „Zum Beispiel, wo in den Bergen gute Sommer- und Winterplätze sind“, sagt der Experte.

An einem guten Sommerplatz gibt es zum Beispiel genug Nahrung. Die kleinen Gämsen müssen sich für den Winter eine Fettschicht anfressen. „Gute Winterplätze sind besonders kostbar“, sagt der Experte. Denn dort finden sie nicht nur Moose, Gräser oder Kräuter, sondern auch Schutz vor Schnee und Wind.

Wenn der Herbst langsam in den Winter übergeht, ist Paarungszeit bei den Gämsen. Dann geht es bei den Tieren ziemlich wild zu. „Die Männchen wollen den Weibchen zeigen, wer der Stärkste und Fitteste ist“, sagt Dirk Ullrich. Es kommt zu Hetzjagden zwischen den Tieren. Manchmal kämpfen die Gamsböcke auch mit ihren Hörnern gegeneinander.

Nach der Paarungszeit wird es wieder friedlicher. Nicht nur, weil die Männchen dann wieder allein weiterziehen. Sondern auch, weil das Kämpfen und Rennen anstrengend ist. Ihre Energie sparen sie sich lieber auf - der Winter ist anstrengend genug.

Autorin: Julia Rudorf

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen