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Verhandeln : Das Taschengeld-Gespräch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Einmal pro Jahr, vielleicht zum Geburtstag, ist es so weit: Da dürft ihr neu über euer Taschengeld verhandeln, sagen Experten. Aber wie stellt man das am schlausten an?

„Es ist schwierig, jemanden zu überzeugen, freiwillig mehr Geld herauszurücken“, sagt Jürgen Hesse. Er berät Menschen, die mit ihren Chefs über mehr Gehalt verhandeln. „Über Taschengeld zu reden, ist noch schwieriger“, findet er. Denn Kinder sollen das Taschengeld von ihren Eltern einfach so bekommen – ohne etwas dafür zu leisten. Trotzdem hat er drei Tipps.

ERSTENS:„Das Wichtigste ist, den richtigen Zeitpunkt abzupassen“, sagt Jürgen Hesse. „Wenn ihr über mehr Taschengeld verhandelt, sollten die Eltern richtig gut drauf sein.“ Bloß nicht von mehr Geld anfangen, wenn gerade eine dicke Rechnung ins Haus geflattert ist.

ZWEITENS: Man sollte sich gut vorbereiten. „Informiert euch vorher, wie viel Taschengeld andere Kinder bekommen. Wenn ihr ohnehin schon viel mehr bekommt als andere, solltet ihr nicht allzu fordernd auftreten“, sagt Jürgen Hesse. „Wenn all eure Freunde mehr bekommen als ihr, könnt ihr eure Eltern darauf hinweisen.“ Dabei müsse man aber auch bedenken, wie viel Geld die Eltern haben. „Wenn sie gerade sparen müssen, kann man nicht so viel verlangen.“

DRITTENS: In dem Gespräch selbst immer freundlich sein. „Es ist ganz wichtig, dass die Stimmung entspannt bleibt“, sagt Jürgen Hesse. Wer gleich meckert, hat schlechte Chancen. Der Experte empfiehlt außerdem diesen Satz zum Abschluss: „Ich freue mich, dass wir schon einmal so offen über das Thema Taschengeld sprechen konnten. Denkt doch noch einmal darüber nach. In ein paar Wochen reden wir weiter.“

 

Hintergrund

Je älter, desto mehr

Wie viel Taschengeld sollen Kinder bekommen? Wenn du mit deinen Eltern über das Thema sprichst, kann es helfen, die Tipps von Fachleuten zu kennen. Das raten zum Beispiel manche Experten:

• Für Kinder von 6 bis 7 Jahren: 2 Euro pro Woche

• Für Kinder von 8 bis 9 Jahren: 3 Euro pro Woche

• Für Kinder von 10 Jahren: 14 Euro pro Monat

• Für Jugendliche von 11 Jahren: 16 Euro pro Monat

• Für Jugendliche von 12 Jahren: 20 Euro pro Monat

• Für Jugendliche von 13 Jahren: 22 Euro pro Monat

• Für Jugendliche von 14 Jahren: 25 Euro pro Monat

Einige Eltern können ihren Kindern vielleicht nicht so viel Geld geben, weil sie selbst nur wenig haben. Viele Mütter und Väter stecken ihren Kindern aber auch mehr zu, als empfohlen wird. Bei einer Studie kam heraus: Kinder von 6 bis 13 Jahren bekommen in Deutschland pro Monat im Durchschnitt 27 Euro und 50 Cent. Im Durchschnitt bedeutet: Einige bekommen weniger, andere aber mehr.

 

Gut zu wissen

Gute und schlechte Gründe

Wenn du mit deinen Eltern über mehr Taschengeld reden willst, kommt es auf gute Gründe an. Was überzeugt sie am meisten? Und was überhaupt nicht?

Diese Sätze könnten helfen:

• Ich muss lernen, mit Geld umzugehen und es mir einzuteilen. Wenn ich gar kein Geld oder nur so wenig habe, lerne ich auch nichts.

• Ich würde euch gerne mal Geschenke kaufen, zum Beispiel zum Geburtstag. Dafür brauch ich etwas mehr Geld.

• Ich will euch nicht dauernd nerven, wenn ich etwas haben möchte. Mit etwas mehr Geld könnte ich selbst entscheiden, ob ich das Geld dafür habe und ausgeben will oder nicht.

Diese Sätze könnten schaden:

• Wenn ihr mir schon so wenige Süßigkeiten und Computerspiele kauft, will ich das selbst machen. Dafür brauche ich mehr Geld!

• Nur weil mein Bruder fünf Jahre älter ist, bekommt er mehr Taschengeld als ich. Das ist total ungerecht! Ich will auch mehr.

• Wenn ihr mir nicht sofort mehr Taschengeld gebt, gehe ich nie wieder mit dem Hund Gassi und mache nie mehr meine Hausaufgaben.

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