Produktion : Das andere Smartphone

Nicht fallen lassen! Dann hält ein Smartphone länger und man muss nicht so schnell ein neues kaufen.
Nicht fallen lassen! Dann hält ein Smartphone länger und man muss nicht so schnell ein neues kaufen.

Oft werden die Geräte von Arbeitern zusammengebaut, denen es nicht gut geht. Das wollen einige Firmen ändern.

svz.de von
21. April 2015, 23:19 Uhr

Warst du schon einmal in China? Nein? Dein Smartphone – oder das deiner Mutter – hat das wahrscheinlich schon geschafft. In einem Smartphone steckt nämlich eine Menge komplizierter Technik. Um so ein Gerät herzustellen, sind viele Profis nötig.

„Die Bauteile von Smartphones kommen von Herstellern aus allen möglichen Ländern“, sagt Steffen Holzmann. Er kennt sich gut mit der Herstellung von Smartphones aus. Ein Hersteller legt etwa fest, wie das Smartphone aussehen soll. Ein anderer kümmert sich um die Technik darin, ein Dritter baut die Akkus.

„Zum Schluss werden alle Teile zu einem Gerät zusammengesetzt. Und zwar meistens von Firmen, die dafür möglichst wenig Geld verlangen“, weiß der Fachmann.

Die meisten Tablet-Computer und Smartphones werden in China gebaut, erklärt er. Dort seien viele Arbeiter darauf spezialisiert, sehr schnell Geräte für wenig Geld herzustellen.

Doch Arbeiter werden dort oft ungerecht behandelt. Sie arbeiten zum Beispiel zu viele Stunden am Stück und bekommen zu wenig Lohn. Viele schlafen in großen Schlafräumen in der Nähe der Fabriken und sehen ihre Familien nur selten.

Einige Firmen wollen darum Smartphones herstellen und gleichzeitig auf die Rechte der Arbeiter achten. Ihr Ziel: fair gehandelte Geräte. „Fair bedeutet in dem Fall: Jeder, der bei der Herstellung mitmacht, soll genügend Geld bekommen. Außerdem darf er seine Gesundheit dabei nicht gefährden“, sagt Steffen Holzmann.

Daria Koreniushkina arbeitet bei Fairphone. Bei der Firma aus unserem Nachbarland Niederlande geht es vor allem darum, ein Smartphone unter möglichst fairen Bedingungen herzustellen. Auch in Deutschland gibt es so eine Firma. Sie heißt Shift. Die Entwickler dieser Smartphones wollen sich also besser um die Menschen kümmern, die die Geräte zusammenbauen und die Rohstoffe dafür beschaffen.

„Trotzdem sind wir noch weit davon entfernt, richtig fair zu sein“, gibt Daria zu. Fachleute sagen etwa, die Firma müsste noch mehr für den Umweltschutz tun. Oder auch, dass die Bedingungen der Arbeiter gar nicht so viel besser sind als bei anderen Firmen.

Hintergrund

Drei faire Tipps

Kleider, Schuhe, Smartphones – um diese Dinge herzustellen, müssen meist Arbeiter in fernen Ländern schuften. Dabei geht es nicht immer gerecht zu. Wenn du das nicht in Ordnung findest, kannst du etwas dagegen tun. Hier sind drei Tipps:

1. Sprich darüber! „Nicht jeder weiß, wie die Sachen entstehen, weder die Käufer noch die Händler“, sagt Fachmann Steffen Holzmann. Rede in deiner Familie darüber oder mit deinen Freunden, frag deine Lehrer. Wenn viele Menschen Bescheid wissen und das nicht gut finden, ändern sich vielleicht Dinge.

2. Mach dich schlau! Wenn du dich für faire Produkte interessierst: Erkundige dich im Geschäft nach ihnen. „Nachfragen ist das beste Mittel für uns“, sagt der Fachmann. „Denn wenn viele Leute etwa fragen, ob die Produkte fair gehandelt sind, dann denken auch die Händler darüber nach. Es ist wichtig zu zeigen, was uns wichtig ist und was wir nicht möchten.“

3. Achte auf deine Sachen! Wer weniger Löcher in seine Klamotten macht, braucht so schnell keine neuen. Und wer sein Telefon nicht auf den Boden fallen lässt, hat länger etwas davon. „Es steckt viel Arbeit in den Sachen, die wir tagtäglich benutzen. Also sollten wir sorgfältig mit ihnen umgehen“, meint der Experte. Das spart Rohstoffe, Energie, Geld – und schont so die Umwelt.

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