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Graffiti : Bunte Bilder aus der Dose

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erst wird geschüttelt, dann macht es pfffff und Farbe sprüht: Unterwegs mit einem Graffiti-Künstler

Ein lachendes Gesicht, ein Herz mit zwei Namen darin und alberne Sprüche. In der Schule sieht man solche Kritzeleien oft. Auch in den Städten lassen sich bestimmte Malereien entdecken. Solche Bilder und Schriftzüge nennt man Graffitis. Aber wer hat die dorthin gemalt? „Na, vor allem junge Leute machen das“, sagt Sebastian Drechsel. „Sie wollen Spuren hinterlassen.“

Sebastian macht schon seit vielen Jahren Graffitis. Er mag es gern bunt. Er weiß aber auch, dass Graffitis nicht immer gern gesehen sind – und dass man sich Ärger einhandeln kann. Denn Wände gehören meist jemandem. Und viele Leute wollen nicht, dass ihr Eigentum einfach so bemalt wird. Zudem ist es oft teuer, die Wände zu säubern. „Viele Künstler hätten keine Probleme, wenn sie vorher fragen würden“, sagt Sebastian.

Er steht vor einem großen Gebäude in Leipzig und sprüht mit einer Farbdose ein Graffiti auf eine weiße Mauer. Das darf er auch. Denn er hat den Auftrag bekommen, die Mauer mit bunten Bildern zu verschönern. Dazu hat er jede Menge Dosen mit verschiedenen Farben mitgebracht. Sebastian schüttelt eine Dose. Dabei klappert im Inneren eine Kugel vor sich hin. Er sprüht in die Luft, bis etwas Farbe kommt. Es riecht nach Schokolade. Und ein bisschen nach Himbeere. „So riecht das Treibgas“, sagt Sebastian. „Das befördert das Farb-Gemisch aus der Dose. Weil das Gas nicht gut riecht, hat man ein paar Duftstoffe dazu gemixt.“ Das ändert aber nichts daran, dass das Gemisch ungesund ist. Deshalb trägt Sebastian eine Atemmaske, wenn er Graffiti malt. Dann sprüht Sebastian die Farbe an die Wand. „Die Sprühdosen haben viele Vorteile“, erklärt er. „Ich brauche keine Pinsel zum Malen. Und die Farbe aus der Dose hält auch besser an der Wand.“

Wie breit oder wie schmal der Farbstrich sein soll, kann sich Sebastian aussuchen. Dafür gibt es unterschiedliche Aufsätze. Trotzdem will das Sprühen mit Farbdosen gelernt sein. Wenn das klappt, ist beim Sprühen alles möglich. Das beweist er an der Mauer. Und so weiß ist sie inzwischen auch nicht mehr. Lauter Bilder sind zu sehen: ein Forscher im Labor, eine Hummel auf einer Blume, zwei Schafe auf einer Weide.

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