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Tierwelt : Bitte kein Brot für Enten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Den Vögeln Brotstückchen zuzuwerfen, macht vielen Leuten Spaß . Doch den Tieren kann das schaden.

Sie schlagen mit den Flügeln und drängeln, um noch etwas abzubekommen. Bei den Enten, Schwänen und Möwen am Ufer ist richtig was los. Kein Wunder, denn dort steht ein Mädchen und verteilt aus einer Tüte großzügig Brotbrocken an die Wasservögel. So, wie die Tiere nach den Bissen schnappen, müssen sie riesigen Hunger haben – oder? Nein, sagt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland.

Tatsächlich sind die Tiere eher satt. Das Brot fressen sie, weil sie es so einfach bekommen. Enten, Schwäne und andere Wasservögel, die an Seen und Teichen leben, fänden dort aber genug Futter. Stockenten, die man an fast jedem Tümpel sieht, fressen vor allem Pflanzen im Wasser oder am Ufer. Aber auch Insekten, Schnecken, Larven und kleine Krebse mögen sie gern. „Brot steht nicht auf ihrem Speiseplan“, erklärt Julian Heiermann.

Für Vögel enthalte es zu viel Salz und lasse sich nur schwer verdauen. Enten könnten zum Beispiel Verstopfungen und Blähungen bekommen, wenn sie zu viel davon fressen würden, sagt der Experte Derk Ehlert.

„Bekämen sie jeden Tag nur ein wenig Brot, wäre das kein Problem“, sagt Julian Heiermann. Doch wer den Wasservögeln am Ufer Brotstücken zuwirft, weiß ja nicht, wie viele Menschen vorher schon da waren – und wie viele nachher noch kommen. Darum sagen Naturschutzexperten: „Wasservögel sollte man besser nicht füttern.“ Weil die Enten meist viel zu viel Brot bekommen, gibt es an Teichen und Seen oft Hinweisschilder. Die informieren die Leute darüber, dass sie aufs Füttern besser verzichten sollten.

Denn nicht nur für die Enten ist das Brot ungesund. Zusätzlich verschmutzt es das Wasser und kann so auch den Fischen schaden. Wenn Enten häufig an bestimmten Stellen gefüttert werden, sammeln die Tiere sich dort. Auch das ist nicht gut, sagt der Experte Severin Zillich vom Bund für Umwelt und Naturschutz. Denn auch der viele Kot verschmutze das Wasser.

In einigen Städten, beispielsweise in Berlin, ist das Entenfüttern sogar verboten. Das finden viele Kinder schade. Doch auch ohne Brottüte kann man etwas von den Vögeln mitbekommen. Viele Enten sind so zahm, dass sie sich im Park gut beobachten lassen. Beim Picknick können sie sogar richtig lästig werden. Bestimmt, weil sie hoffen, dass wieder mal etwas für sie abfällt.

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