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Kunst : Berühmter Kinder-Zeichner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Situation aus dem Gedächtnis zeichnen, das konnte dieser Künstler besonders gut: Er hieß Rembrandt

Der kleine Junge schlägt um sich. Er brüllt. Und strampelt – so sehr, dass sein rechter Schuh vom Fuß und durch die Luft fliegt. Nur heraus aus der Umklammerung und herunter vom Arm scheint er zu wollen. Doch die Frau, die ihn festhält, denkt nicht daran, ihn loszulassen. Ob das seine Mutter oder ein Kindermädchen ist, kann man nicht mehr herausfinden. Diese Szene ist nämlich in einer Zeichnung zu sehen, die fast 400 Jahre alt ist.

Gemalt hat sie ein berühmter Künstler: Er hieß Rembrandt und lebte in den Niederlanden. Dort hatte er in der Stadt Amsterdam eine Werkstatt, in der er malte und zeichnete. Aber Rembrandt gab auch vielen Menschen Unterricht. Deshalb ist es manchmal schwer zu sagen, ob ein Bild tatsächlich von ihm oder einem seiner Schüler stammt.

Bei der Zeichnung mit dem wütenden kleinen Jungen sind sich die Experten aber sicher: Sie ist von Rembrandt. Wenn man das Bild betrachtet, scheint es, als ob der Künstler die Szene beobachtet und dann unmittelbar vor Ort gezeichnet hat. „Genau das wollte Rembrandt auch erreichen“, sagt ein Wissenschaftler aus Deutschland. Er kennt sich besonders gut mit den Zeichnungen des Niederländers aus. So zu zeichnen, nannte man zu Rembrandts Zeiten „nach dem Leben“.

Diese Art von Bildern war damals unter den niederländischen Künstlern sehr beliebt. Den „Ungezogenen Knaben“ habe Rembrandt aber sicher nicht gezeichnet, während er die Situation erlebte – sondern aus dem Gedächtnis in der Werkstatt, sagt der Experte. Dafür sprechen vor allem zwei Dinge: Zum einen ist das Bild für eine Vor-Ort-Zeichnung zu ausgefeilt und überlegt.

Und zum anderen erinnert der Gesichtsausdruck des Jungen den Wissenschaftler an andere Bilder aus dieser Zeit. Das bedeutet: „Rembrandt hat nicht exakt den Gesichtsausdruck wiedergegeben, den er gesehen hat. Sondern er hat ihn nach einem Vorbild gezeichnet, das damals in der Kunst-Szene sozusagen in Mode war“, erklärt der Experte.

Einen ähnlichen Ausdruck findet man also auch in anderen Bildern Rembrandts. Übrigens zeigen viele seiner Zeichnungen Kinder in unterschiedlichen Situationen: zum Beispiel beim Laufen lernen, auf dem Schoß sitzend – oder eben wütend.

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