Sport : Beim Ringen geht’s fair zu

Nico (unten) und Luca beim Ringen. Für diesen Kampfsport sind Schnelligkeit, Beweglichkeit, Kraft und Kondition nötig.
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Nico (unten) und Luca beim Ringen. Für diesen Kampfsport sind Schnelligkeit, Beweglichkeit, Kraft und Kondition nötig.

Pauline kann es kaum abwarten, dass es endlich losgeht. Ungeduldig wartet die Elfjährige neben der Ringermatte auf ihren Einsatz. Pauline und Andrea geben sich die Hand. Das macht man vor jedem Ringkampf.

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28. November 2014, 16:26 Uhr

Pauline kann es kaum abwarten, dass es endlich losgeht. Ungeduldig wartet die Elfjährige neben der Ringermatte auf ihren Einsatz. Als der Trainer ihr und ihrer Schwester ein Zeichen gibt, laufen die Mädchen auf die Matte in den mittleren, gelben Kreis und stellen sich gegenüber auf.

Pauline und Andrea geben sich die Hand. „Das macht man vor jedem Ringkampf. Damit zeigt man dem anderen, dass man fair kämpfen will“, erklärt die zwölfjährige Andrea. Im nächsten Moment geht es los: Andrea legt den rechten Arm um den Kopf ihrer Schwester und drückt sie auf die Matte. Kaum liegt Pauline auf den Knien, umklammert sie Andreas Beine. Sie zieht so lange daran, bis Andrea umkippt. Als beide auf der Matte liegen, versuchen sie sofort wieder, den anderen mit einem Griff festzuhalten.

Was auf den ersten Blick wie Raufen aussieht, ist eine uralte Sportart. Sie heißt Ringen. Zweimal pro Woche trainieren die beiden Mädchen bei einem Verein in Kempten. Die Stadt liegt in Bayern. „Ringen macht total viel Spaß. Die verschiedenen Griffe, die wir lernen, sind toll“, sagt Pauline. „Am besten gefällt mir der Achselwurf.“ Dabei wird der Gegner über den Rücken geworfen.

In der Turnhalle ist viel los. 20 Mädchen und Jungen sind zum Training gekommen. Nach dem Aufwärmen werden sie von den Trainern in Zweierteams aufgeteilt – zum Teil auch Mädchen und Jungen gemischt. „Bei Wettkämpfen treten Ringer in ihrer Gewichtsklasse an. Wir achten deshalb auch im Training darauf, dass die Gegner ungefähr gleich schwer sind“, sagt Trainer Roland Geyer. Während die jungen Sportler auf den weichen Matten verschiedene Griffe üben, geht er durch die Halle und gibt ihnen Tipps.

Luca und Nico sind völlig aus der Puste. Immer wieder werfen sie sich gegenseitig zu Boden, umschlingen sich und versuchen, sich aus dem Griff des anderen zu befreien. Schnelligkeit, Beweglichkeit, Kraft und Kondition sind gefragt. „Ringen strengt ganz schön an. Aber das Kräftemessen macht auch total viel Spaß“, sagt der zehnjährige Nico. Er hat vor drei Jahren mit dem Ringen angefangen.

Dass es ein Sport ist, der nicht so bekannt ist, macht ihm nichts aus. Im Gegenteil, es gefällt ihm sogar. „Das ist mal was anderes als Fußball“, sagt er. Auch der zwölfjährige Luca ist begeisterter Ringer. Er hat schon mit sechs Jahren mit der Sportart angefangen. „Ich habe mal bei einem Wettkampf zugeschaut und wollte das danach unbedingt selbst ausprobieren.“ Mittlerweile steht er regelmäßig auf der Matte.

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