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Weihnachten : Bald kommt Väterchen Frost

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Weihnachten in anderen Ländern – letzter Teil unserer Serie: Geschenke gibt es in Russland zu Silvester.

Wenn bei uns am Heiligabend das Christkind oder der Weihnachtsmann die Geschenke bringen, gehen die meisten Kinder in Russland leer aus. Aber keine Sorge, auch sie feiern Weihnachten, essen Leckereien und freuen sich über Geschenke – nur zu einem anderen Zeitpunkt.

Weihnachten ist in Russland erst am 7. Januar. Das liegt daran, dass die russisch-orthodoxe Kirche die christlichen Feiertage nach dem alten julianischen Kalender festlegt, der bis 1582 auch in den meisten katholischen Staaten und Regionen Europas galt. In den folgenden Jahrhunderten führten dann immer mehr Länder die Zeitrechnung von Papst Gregor XIII. ein. Heute feiern wir in Deutschland Weihnachten nach dem gregorianischen Kalender.

In Russland und vielen anderen osteuropäischen Staaten, die früher einmal zur Sowjetunion gehörten, war Weihnachten als religiöses Fest viele Jahrzehnte lang verboten. Nach der Oktoberrevolution von 1917 wollten die Machthaber, dass das Volk sich nicht durch Religion beeinflussen lässt. Erst 1991 wurde Weihnachten zu einem offiziellen Feiertag erklärt – da war die Sowjetunion bereits aufgelöst.

Während des Weihnachtsverbotes in Russland wurde Silvester zum wichtigsten Familienfest. Den Brauch, in der Silvesternacht unter einem geschmückten Neujahrsbaum Bescherung zu machen, haben viele Familien bewahrt. Die Geschenke für die Kinder bringt übrigens Väterchen Frost. Djed Moros, so heißt er auf Russisch, ist der Winter in Person. Er wohnt in der Taiga, hat einen weißen langen Bart, trägt einen weiß-bläulichen Mantel und besitzt ein magisches Zepter, das alles, was es berührt, gefrieren lässt. Väterchen Frost hat eine Enkelin. Sie sieht zart und weiß wie eine Schneeflocke aus und heißt deshalb Snjegurotschka (das Schneeflöckchen). Ihre Geschenke bringen die beiden auf einem Schlitten zu den Kindern.

Am 7. Januar gehen viele Russen in die Weihnachtsmesse oder sehen sich die Übertragung der Messe aus der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau im Fernsehen an. Es gibt russische Spezialitäten wie Bliny (Eierkuchen) mit Kaviar, Lachs oder Pilzen, Maultaschen und Piroggen. Die Kinder gehen in bunten Kostümen von Tür zu Tür, singen und bieten den Bewohnern einen süßen Brei an, der ihnen Glück bringen soll. Zur Belohnung bekommen sie Süßigkeiten und Geschenke.

Viele Familien, die aus Russland stammen und jetzt in Deutschland leben, feiern erst deutsche und dann russische Weihnachten. Für die Kinder ist das toll. Das Fest ist dann unheimlich lang und die Geschenke kommen nicht alle auf einmal!

Autorin: Maren Herbst

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