tierwelt : Bären-Ruhe im Winter

Braunbär Mascha futtert sich Reserven für den Winter an.
Braunbär Mascha futtert sich Reserven für den Winter an.

Braunbären schlafen oft den ganzen Winter in einer Höhle. Die Tiere machen das, weil es dann nicht genug zu fressen gibt.

svz.de von
03. Dezember 2013, 19:31 Uhr

Ronja und Mascha sind schon aufgeregt. Die beiden Bären können es kaum erwarten. Gleich ist Essens-Zeit! Dann gibt es endlich wieder etwas zu futtern. Ungeduldig laufen die beiden am Zaun auf und ab. In der Nacht zuvor hat es heftig geregnet. Mit ihren großen Tatzen hinterlassen Ronja und Mascha tiefe Abdrücke in der durchnässten Erde. Dann endlich geht die schwere Eisentür auf und die beiden Braunbären können ins kleinere Vorgehege flitzen. Dort wartet schon das Mittagessen: Hähnchen-Fleisch.

„Jetzt fehlt nur noch die Bensi“, sagt Sandra Hammerbacher – und da kommt die Bärin auch schon gemütlich angetapst. Erst wenn alle drei Braunbären im Vorgehege sind und alle Türen sicher verschlossen, darf Sandra Hammerbacher in das große Gehege hinein. In den Händen trägt sie schwere Eimer.

Darin sind Salat, Paprika, Lauch, Trauben und Äpfel. Außerdem gibt es jede Menge Nüsse und Eicheln. Die enthalten viel Fett – und das brauchen die Bären jetzt. Denn die Tiere fressen sich gerade ihre letzten Fett-Reserven für den Winter an. Deshalb gibt es auch noch jeden Tag eine Portion Fleisch. Die Tierpflegerin verteilt die Nüsse, das Gemüse und das Obst im ganzen Gehege.

Im Dezember ist es mit dem großen Fressen allerdings vorbei! „Jeder Bär bekommt dann nur noch ein halbes Kilo Obst und Gemüse“, sagt die Tierpflegerin. Für die Bären soll das ein Signal sein: Es wird langsam Zeit für die Winterruhe. Auch in der freien Natur würden die Bären jetzt nur noch wenig zu fressen finden.

Ronja, Mascha und Bensi leben in einem großen Wildpark in Nordrhein-Westfalen. Die Bären dort sollen so natürlich wie möglich leben. Dazu gehört etwa auch, dass sie eine Winterruhe einlegen. Das tun die Bären allerdings nur dann, wenn sie merken, dass es nicht mehr genug Futter gibt.

„Der Winter würde den Bären an sich nichts ausmachen“, sagt Sandra Hammerbacher. Das dicke Fell schützt die Tiere vor Kälte und Schnee.

Aber im Winter gibt es für die Bären in der freien Natur nicht genügend zu fressen. Deshalb verziehen sie sich in eine Höhle oder eine Nische, machen es sich bequem, schlafen ein und überwintern.

„Unsere Bären werden wohl ungefähr drei Monate komplett durchschlafen“, erklärt die Tierpflegerin. Wie lange die Tiere aber genau schlafen, hängt von der Länge des Winters und den Temperaturen ab. Und davon, ob die Bären in der Winterruhe gestört werden. In vielen anderen Zoos oder Tierparks halten die Bären keine Winterruhe.

Dort bekommen sie auch im Winter genug zu fressen.Das Schmatzen hat aufgehört. Sandra Hammerbacher geht mit den leeren Eimern aus dem großen Gehege und verschließt alle Türen hinter sich.

Dann öffnet sie den Durchgang zwischen den Gehegen. Nacheinander kommen die drei Bären angetapst – und machen sich über den Salat und die Nüsse her. Dass sie sich schon Winterspeck angefressen haben, kann man gut erkennen. Dann vergrößert sich bei ihnen nämlich auch ein Muskel im Nacken. „Die Tiere bekommen eine Art Höcker“, sagt Sandra Hammerbacher. „Ähnlich wie bei einem Kamel.“

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