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Junge Zeitung

24. November 2017 | 08:41 Uhr

Feiertag : Aus Liebe wird Wut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am 31. Oktober ist Reformationstag: Mit seinen Ideen veränderte Martin Luther die Welt

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 17:10 Uhr

Eine kleine, unbekannte Stadt im heutigen Nordosten Deutschlands: Dort lebte einmal ein Mann, der anfangs genauso unbekannt war wie die Stadt. Doch das sollte sich bald ändern. Denn dieser Mann war Martin Luther. Mit seinen Ideen veränderte er die Welt. Aber das gefiel manchen Leuten ganz und gar nicht: etwa dem Kaiser und dem Papst. Denn Martin Luther stellte vieles, woran die Menschen damals glaubten, infrage. Damit löste er etwas aus, das man als Reformation kennt. Das war vor rund 500 Jahren. Am Ende der Reformation hatte sich die Kirche aufgespalten: Es gab nun den alten, katholischen Glauben und den neuen, evangelischen Glauben.

„Martin Luther war eine Figur, durch die etwas völlig Unerwartetes passiert ist“, erklärt Fachmann Thomas Kaufmann. Dabei war der Gelehrte zu Beginn weder bekannt noch berühmt. Er war Mönch und lebte und arbeitete in der Stadt Wittenberg.

Damals hatten die Menschen einen anderen Glauben als heute. Sie lebten sehr in Angst vor Gott. Sie glaubten, er würde sie für ihre Sünden bestrafen. Das nutzte die Kirche aus: Wie in vielen Städten wurde auch in Wittenberg der Ablasshandel betrieben. Das bedeutet: Die Leute konnten sich gegen Geld von ihren Sünden freikaufen. Im Gegenzug bekamen sie einen Ablassbrief. Wer arm war und kein Geld besaß, hatte Pech. Er musste damit rechnen, von Gott bestraft zu werden. Mit dieser Angst verdiente die Kirche viel Geld.

Martin Luther hielt diesen Ablasshandel für falsch – und kämpfte dagegen an. Zum Beispiel mit seinen Schriften. Plötzlich wurde Martin Luther im ganzen Land bekannt. „Für ihn liefen viele Dinge in der Kirche falsch“, erklärt Thomas Kaufmann. Aber Martin Luther wollte die Kirche nicht zerstören. „Er liebte die Kirche und wollte sie von diesen Missständen befreien“, sagt der Fachmann.

Aber das passte vielen Leuten überhaupt nicht! Denn Martin Luthers Ideen waren auch ein Angriff auf ihre Macht. Deshalb sollte er seine Schriften und Ideen widerrufen. Der Papst verbannte ihn zum Beispiel aus der Kirche.

Solche Dinge ließen aus der Liebe zur Kirche irgendwann Wut werden, vermutet der Fachmann. Martin Luther begann, die Kirche zu bekämpfen. Aber nicht mit Waffen, sondern mit Hilfe von Büchern und Schriften.

Martin Luther stand aber nicht alleine da. Es gab viele Leute, die von seinen Ideen überzeugt waren. Trotz aller Widerstände: Die Reformation war nicht mehr aufzuhalten! Und so gab es irgendwann die katholische Kirche und die evangelische Kirche.

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