Beruf : Aus der Schule in die Schule

„Ich arbeite gern mit jungen Leuten“, sagt Kai Göpfert.
„Ich arbeite gern mit jungen Leuten“, sagt Kai Göpfert.

An vielen Schulen unterrichten Lehrer, die den Beruf erst noch lernen: Referendare / Kai Göpfert ist einer von ihnen

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06. März 2015, 23:12 Uhr

„Wer hat Tafeldienst?“, fragt Herr Göpfert, als er das Klassenzimmer betritt. Er packt seinen Laptop aufs Lehrerpult und blickt über die Klasse. Schließlich steht ein Schüler auf und holt den Schwamm. „Guten Morgen“, ruft Herr Göpfert.

Dritte Stunde in der 9c an einem Gymnasium. Hier unterrichtet Herr Göpfert Geschichte – obwohl er noch gar kein richtiger Lehrer ist. Herr Göpfert ist Referendar.

So nennt man Lehrer in Ausbildung. Bis auf einige Ausnahmen muss das jeder machen, der Lehrer werden möchte.

Viele Lehrer sagen, das Referendariat ist die anstrengendste Zeit auf dem Weg in den Beruf. Es folgt nach dem Studium. In den ein bis zwei Jahren müssen die angehenden Lehrer allein Klassen unterrichten. Sie werden auch von Prüfern genau bewertet.

Für manche Referendare ist die Zeit nicht leicht. „Zuvor weiß man nicht, was einen erwartet“, sagt Kai Göpfert. Er hat bereits ein Jahr seines Referendariats hinter sich – und Spaß daran gefunden. „Wenn man drin ist, ist es halb so schlimm“, findet er.

Was die Schüler nicht sehen: Kai Göpfert muss oft am Wochenende arbeiten oder spätabends. Denn Kai Göpfert muss die Schulstunden auch vorbereiten. Dazu gehört Schulaufgaben zusammenzustellen. Als Referendar muss er dazu noch seine Prüfungen schaffen.

Doch wieso will Herr Göpfert überhaupt Lehrer werden? „Ich arbeite gern mit jungen Leuten“, sagt er. „Und ich begeistere mich sehr für meine Unterrichtsfächer Deutsch, Geschichte und Sozialkunde. Das will ich weitergeben.“

Manchmal muss er auch streng werden. „Einmal musste ich einen Verweis vergeben, weil ein Schüler unaufhörlich dazwischengerufen hat.“

Die 45 Minuten Unterricht sind schnell vorbei. Die Schüler packen ihre Ranzen. Doch eine Sache will Herr Göpfert noch loswerden: „Wo bleibt denn wieder der Tafeldienst?“

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