Toller JOb : Arbeiten in luftiger Höhe

Jörg Reißland bildet Industrie-Kletterer aus.
Jörg Reißland bildet Industrie-Kletterer aus.

Industrie-Kletterer sind nur mit Haken aus Metall befestigt, wenn sie Fenster putzen oder Kabel verlegen.

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25. November 2015, 14:54 Uhr

Ein junger Mann hängt an zwei Seilen in der Luft. Er trägt Helm und Gurte, mit vielen Haken aus Metall daran. Er übt, wie er am besten die andere Seite des Klettergerüsts erreicht. Jörg Reißland hat dabei alle Handgriffe seines Schülers im Blick.

Er bildet Industrie-Kletterer aus. Das sind Leute, die an hohen Bauwerken arbeiten – etwa an Gebäuden, auf Windkraft-Anlagen, an Schornsteinen und Brücken. „Wenn es nicht klappt, eine Arbeit von einem Baugerüst aus zu erledigen, dann müssen die Kletterer ran“, sagt der Experte. Die Kletterer hängen sich oben in Seile und lassen sich zu ihrem Arbeitsplatz hinab. Dort verlegen sie Kabel, montieren Geräte, streichen Stahl-Träger, putzen Fenster und vieles mehr.

Besonders wichtig ist für Kletterer die richtige Technik. „Die richtige Ausrüstung auswählen und sie richtig anwenden, das ist wichtiger als Muskelkraft“, erklärt Jörg Reißland. Denn Industrie-Kletterer müssen sich bei ihrer Arbeit auf ihren Halt in den Seilen verlassen können.

Wie man sich vor einem Absturz aus der Höhe schützt, lernen die Kletterer in einer Ausbildung. Für die ist zum Beispiel Jörg Reißland zuständig. Er bringt seinen Schülern etwa bei, wie sie mit der Ausrüstung umgehen. Sie lernen auch, einen festen Knoten in die Seile zu bekommen. „Ein gut ausgebildeter Industrie-Kletterer fällt nicht herunter“, erklärt der Experte. „Davor schützen wir uns ja ständig. Was den Beruf gefährlich macht, ist das sogenannte Hänge-Trauma.“ Das können Kletterer bekommen, wenn sie bewegungslos in ihrem Gurt hängen. Etwa weil sie sich am Kopf verletzt oder einen Stromschlag erlitten haben. Darum dürfen Industrie-Kletterer nie allein arbeiten. Nur so können sie aufeinander aufpassen und sich im Notfall gegenseitig retten.

Neben dem Industrie-Kletterer, der immer an zwei Seilen hängt, gibt es etwa den Höhenarbeiter. Der braucht das Seil nur als Sicherung. Denn er steht auf einem Gerüst oder auf einer Hebebühne. Außerdem gibt es noch den Beruf Baum-Kletterer. Ebenfalls mit Seilen gesichert, klettert der Bäume hinauf. Er sägt dann einzelne Äste ab oder fällt einen Baum – Stück für Stück.

Autor: Philipp Brandstädter

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